Zehnter Teil.
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Oftmals, wenn die trüben Stunden kamen, fragtesich Thomas Buddenbrook, was er eigentlich nochsei, was ihn eigentlich noch berechtige, sich auch nurein wenig höher einzuschätzen, als irgend einen seinereinfach veranlagten, biderben und kleinbürgerlich be-schränkten Mitbürger. Die phantasievolle Schwung-kraft, der muntere Idealismus seiner Jugend wardahin. Im Spiele zu arbeiten und mit der Arbeitzu spielen, mit einem halb ernst, halb spaßhaft ge-meinten Ehrgeiz nach Zielen zu streben, denen mannur einen Gleichniswert zuerkennt — zu solchenheiter skeptischen Kompromissen und geistreichenHalbheiten gehört viel Frische, Humor und guterMut; aber Thomas Buddenbrook fühlte sich unaus-sprechlich müde und verdrossen.
Was für ihn zu erreichen gewesen war, hatte ererreicht, und er wußte wohl, daß er den Höhepunktseines Lebens, wenn überhaupt, wie er bei sich hin-zufügte, bei einem so mittelmäßigen und niedrigenLeben von einem Höhepunkte die Rede sein konnte,längst überschritten hatte.