Druckschrift 
2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
538
Einzelbild herunterladen
 

538

hatte gelächelt, als er seine Stimme vernahm, ob-gleich er sonst niemanden mehr erkannte, und Kaihatte ihm unaufhörlich beide Hände geküßt.

Er hat ihm die Hände geküßt?" fragten dieDamen Buddenbrook. . .

Ja, viele Male."

Hierüber dachten Alle eine Weile nach.

Plötzlich brach Frau Permaneder in Thränenaus.

Ich habe ihn so geliebt," schluchzte sie...Ihrwißt nicht, wie sehr ich ihn geliebt habe. . . mehrals ihr Alle... ja, verzeih, Gerda, du bist dieMutter. . . Ach, er war ein Engel. . ."

Nun ist er ein Engel," verbesserte Sesemi.

Hanno, kleiner Hanno," fuhr Frau Perma-neder fort, und die Thränen flössen über die flau-mige, matte Haut ihrer Wangen...Tom, Vater,Großvater und die Anderen alle! Wo sind sie hin?Man sieht sie nicht mehr. Ach, es ist so hart undtraurig!"

Es giebt ein Wiedersehen," sagte FriederikeBuddenbrook, wobei sie die Hände fest im Schoßezusammenlegte, die Augen niederschlug und mitihrer Nase in die Luft stach.

Ja, so sagt man. . . Ach, es giebt Stunden,Friederike, wo es kein Trost ist, Gott strafe mich,wo man irre wird an der Gerechtigkeit, an derGüte... an Allem. Das Leben, wißt ihr, zer-bricht so Manches in uns, es läßt so manchen Glau-