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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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schon auf sie blickten. Ihr Großvater war vier-spännig über Land gefahren. . .

Trotz des bewegten Lebens, das hinter ihr lag,und trotz der Schwäche ihres Magens, sah man ihrihre fünfzig Jahre nicht an. Ihr Teint war einwenig flaumig und matt geworden, und auf ihrerOberlippe der hübschen Oberlippe Tony Budden-brooks wuchsen die Härchen reichlicher; aber indem glatten Scheitel unter dem Trauerhäubchen warnicht ein einziger weißer Faden zu sehen.

Ihre Cousine, die arme Klothilde, nahm GerdasAbreise, wie man alle Dinge im Diesseits zu nehmenhat, gleichmütig und sanft. Sie hatte vorhin beimAbendessen still und gewaltig zugelangt und saßnun da, aschgrau und mager wie stets, mit gedehntenund freundlichen Worten.

Erika Weinschenk, nun einunddreißigjährig, warebenfalls nicht die Frau, sich über den Abschied vonihrer Taute zu erregen. Sie hatte Schwereres er-lebt und sich frühzeitig ein resigniertes Wesen zueigen gemacht. In ihren müde blickenden, wasser-blauen Augen den Augen Herrn Grünlichslas man Ergebenheit in ein fehlgeschlagenes Leben,und aus ihrer gelassenen und manchmal ein wenigklagenden Stimme klang dasselbe.

Was die drei Damen Buddenbrook, die TöchterOnkel Gottholds, betraf, so waren ihre Mienenpikiert und voll Kritik, wie gewöhnlich. Friederikeund Henriette, die Alteren, waren mit den Jahrenimmer hagerer und spitziger geworden, während