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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
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dertsten Male bekümmert und vorwurfsvoll. Sienahm heute Abend im Wohnzimmer ihrer ehemali-gen Schülerin einen Sofaplatz in dem Kreise ein,der von Gerda Buddenbrook, Frau Permaneder,ihrer Tochter Erika, der armen Klothilde und dendrei Damen Buddenbrook aus der Breitenstraße umden runden Mitteltisch gebildet ward. Die grünenBänder ihrer Haube fielen aus ihre Kinderschulternhinab, von denen sie die eine ganz hoch empor-ziehen mußte, um den Oberarm auf der Tischplattegestikulieren lassen zu können; so winzig war siemit ihren fünfundsiebenzig Jahren geworden.

Es ist nicht recht, laß dir sagen, daß es nichtwohl gethan ist, Gerda!" wiederholte sie mit eifern-der und zitternder Stimme.Ich stehe mit einemFuße im Grabe, mir bleibt nur eine kurze Frist,und du willst mich ... Du willst uns verlassen,willst dich auf immer von uns trennen. . . fort-ziehen . . . Wenn es eine Reise, einen Besuch inAmsterdam gälte. . . allein auf immer!" Und sieschüttelte ihren alten Vogelkopf mit den braunen,gescheuten, betrübten Augen.Es ist wahr, daßdu Vieles verloren hast. . ."

Nein, sie hat Alles verloren," sagte Frau Per-maneder.Wir dürfen nicht egoistisch sein, Therese.Gerda will gehen und sie geht, da ist nichts zu thun.Sie ist mit Thomas gekommen, vor einundzwanzigJahren, und wir haben sie Alle geliebt, obgleich wirihr wohl immer widerwärtig waren... ja, daswaren wir, Gerda, keine Widerrede! Aber Thomas