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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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Zinsen übrigens schon immer zur Hälfte nach Ham-burg gewandert waren, ivurde, soweit es noch nichtim Voraus verbraucht war, von Herrn StephanKistenmaker verwaltet, der dazu durch seines totenFreundes Testament bestellt worden war; aber Chri-stian war im Übrigen Herr seines Willens . . . So-bald seine Verehelichung ruchbar wurde, richtete FrauPermaneder an Frau Aline Buddenbrook zu Ham-burg einen langen und außerordentlich feindseligenBrief, der mit der AnredeMadame!" begann undin sorgfältig vergifteten Worten die Erklärung ent-hielt, daß Frau Permaneder weder die Adressatinnoch ihre Kinder jemals als Verwandte anzuer-kennen gesonnen sei.

Herr Kistenmaker war Testamentsvollstrecker,Verwalter des Buddenbrookschen Vermögens undVormund des kleinen Johann, und er hielt dieseÄmter in Ehren. Sie verschafften ihm eine höchstwichtige Thätigkeit, sie berechtigten ihn, an der Börsemit allen Anzeichen der Überarbeitung sein Haupt-haar zu streichen und zu versichern, daß er sich auf-reibe . . . nicht zu vergessen, daß er für seine Mühe-waltung mit großer Pünktlichkeit zwei Prozent derRevenuen bezog. Im Übrigen aber hatte er nichtviel Glück bei den Geschäften und zog sich sehr balddie Unzufriedenheit Gerda Buddenbrooks zu.

Die Dinge lagen so, daß liquidiert werden, daßdie Firma verschwinden sollte und zwar binnen einesJahres; dies war des Senators letztwillige Bestim-mung. Frau Permaneder zeigte sich heftig bewegt