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Zu vorgerückter Abendstunde noch saßen im Wohn-zimmer Gerda Buddenbrook, Frau Permaneder,Christian und der kleine Johann unter der großenGaslampe um den runden Mitteltisch und arbeitetenemsig. Es galt die Liste derjenigen Leute zusammen-zustellen, die Todesanzeigen bekommen mußten, unddie Adressen auf die Briefumschläge zu schreiben.Alle Federn knirschten. Dann und wann hatte je-mand einen Einfall und setzte einen neuen Namenauf die Liste. . . Auch Hanno mußte helfen, denner schrieb reinlich, und die Zeit drängte.
Es war still im Hause und auf der Straße.Selten wurden Schritte laut und verhallten. DieGaslampe puffte leise, ein Name ward gemurmelt,das Papier knisterte. Zuweilen blickten Alle ein-ander an und erinnerten sich dessen, was geschehenwar.
Frau Permaneder kritzelte in höchster Geschäftig-keit. Aber wie ausgerechnet in jeder fünften Minutelegte sie die Feder fort, erhob die zusammengelegtenHände bis zur Höhe des Mundes und brach inKlagerufe aus. „Ich fasse es nicht!" rief sie unddeutete damit an, daß sie allmählich zu fassen beginne,was eigentlich vor sich gegangen war. „Aber esist ja nun Alles aus!" rief sie ganz unerwartet inHeller Verzweiflung und schlang laut weinend dieArme um den Hals ihrer Schwägerin, worauf siegestärkt ihre Thätigkeit wieder aufnahm.
Mit Christian stand es ähnlich, wie mit der armenKlothilde. Er hatte noch nicht Eine Thräne vergossen