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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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genüber am Bette sitzend, begann sie plötzlich, unterAnwendung ihrer Kehlkopfstimme sehr laut und mitgefalteten Händen, einen Gesang zu sprechen. . .Mach' End', o Herr," sagte sie, und Alles hörteihr regungslos zumach' Ende mit aller seinerNot; stärk' seine Füß' und Hände und laß bis in denTod. . Aber sie betete so sehr aus Herzens-grund, daß sie sich immer nur mit dem Worte be-schäftigte, welches sie grade aussprach, und nicht er-wog, daß sie die Strophe gar nicht zu Ende wisseund nach dem dritten Verse jämmerlich stecken bleibenmüsse. Das that sie, brach mit erhobener Stimmeab und ersetzte den Schluß durch die erhöhte Würdeihrer Haltung. Jedermann im Zimmer wartete undzog sich zusammen vor Geniertheit. Der kleine Jo-hann räusperte sich so schwer, daß es wie Ächzenklang. Und dann war in der Stille nichts, als dasagonierende Gurgeln Thomas Buddenbrooks zu ver-nehmen.

Es war eine Erlösung, als das Folgmädchen mel-dete, nebenan sei etwas Essen aufgetragen. Alsman aber in Gerdas Schlafzimmer anfing, ein wenigSuppe zu genießen, erschien Schwester Leandra inder Thür und winkte freundlich.

Der Senator starb. Er schluchzte zwei oder dreiMal leise, verstummte und hörte auf, die Lippenzu bewegen. Das war die ganze Veränderung, diemit ihm vor sich ging; seine Augen waren schon vor-her tot gewesen.

Doktor Langhals, der wenige Minuten später