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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
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kleinen Johann zu sehen. Sein Familiensinn, diesesererbte und anerzogene, rückwärts sowohl wie vor-wärts gewandte, pietätvolle Interesse für die intimeHistorie seines Hauses hinderte ihn daran, und dieliebevolle oder neugierige Erwartung, mit der seineFreundschaft und Bekanntschaft in der Stadt, seineSchwester und selbst die Damen Buddenbrook in derBreitenstraße seinen Sohn betrachteten, beeinflußteseine Gedanken. Er sagte sich mit Genugtuung, daß,wie aufgerieben und hoffnungslos auch immer erselbst für seine Person sich fühlte, er angesichts seineskleinen Erbfolgers stets belebender Zukunststräumevon Tüchtigkeit, praktischer und unbefangener Ar-beit, Erfolg, Erwerb, Macht, Reichtum und Ehrenfähig war... ja, daß an dieser Einen Stelle seinerkaltetes und künstliches Leben zu warmem und auf-richtigem Sorgen, Fürchten und Hoffen wurde.

Wie, wenn er selbst noch dereinst auf seine altenTage, von einem Ruhewinkel aus, den Wiederbeginnder alten Zeit, der Zeit von Hannos Urgroßvater er-blicken dürfte? War diese Hoffnung denn so gänz-lich unmöglich? Er hatte die Musik als seine Feindinempfunden; aber hatte es denn in Wirklichkeit eineso ernste Bewandtnis damit? Zugegeben, daß dieLiebe des Jungen zum freien Spiele ohne Notenvon einer nicht ganz gewöhnlichen VeranlagungZeugnis gab, im regelrechten Unterrichte beiHerrnPfühl war er keineswegs außerordentlich weit vor-geschritten. Die Musik, das war keine Frage, warder Einfluß seiner Mutter, und kein Wunder, daß