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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
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traurig sein sollte, und dann war die Frage erörtertworden, wann man Wohl, mit einiger Aussicht aufErfolg, dem Senate ein Gnadengesuch werde ein-reichen können. Nun hatten sich die drei Verwandtenim Wohnzimmer um den runden Mitteltisch unterder großen Gaslampe niedergelassen. Gerda Budden-brook und ihre Schwägerin saßen, mit Handarbeitenbeschäftigt, einander gegenüber. Die Senatorin hieltihr schönes weißes Gesicht über eine Seidenstickereigebeugt, daß ihr schweres Haar, vom Lichte be-schienen, dunkel zu erglühen schien, und Frau Per-maneder, den Klemmer gänzlich schief und zweck-widrig auf der Nase, befestigte mit sorglichen Fingerneine große, wunderbar rote Atlasschleife an einemwinzigen gelben Körbchen. Das wurde ein Geburts-tagsgeschenk für irgend eine Bekannte. Der Senatoraber saß seitwärts vom Tische in einem breiten Pol-sterfauteuil mit schräger Rückenlehne und las mitgekreuzten Beinen die Zeitung, während er dannund wann den Rauch seiner russischen Cigarette ein-zog und ihn als einen hellgrauen Strom durch denSchnurrbart wieder ausatmete. . .

Es war ein warmer Sommer-Sonntagabend.Das hohe Fenster stand offen und ließ die laue, einwenig feuchte Luft das Zimmer erfüllen. Vom Tischeaus konnte man, über den grauen Giebeln der gegen-überliegenden Häuser, zwischen ganz langsam ziehen-den Wolken die Sterne sehen. Drüben, in demkleinen Blumenladen von Jwersen war noch Licht.Weiter oben in der stillen Straße ward unter aller-