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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
322
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Firmenschild, dem er ehemals mit soviel Enthusias-mus gedient hatte, durch erlittenes Mißgeschick undinnere Mattigkeit gelähmt, so waren seinem Empor-streben im städtischen Gemeinwesen äußere Grenzengezogen, die unüberschreitbar waren. Seit Jahren,schon seit seiner Berufung in den Senat, hatte erauch hier erlangt, was für ihn zu erlangen war.Es gab nur noch Stellungen innezuhalten und Ämterzu bekleiden, aber nichts mehr zu erobern; es gabnur noch Gegenwart und kleinliche Wirklichkeit, aberkeine Zukunft und keine ehrgeizigen Pläne mehr.Zwar hatte er seine Macht in der Stadt umfäng-licher zu gestalten gewußt, als ein Anderer an seinerStelle das vermocht hätte, und seinen Feinden wurdees schwer, zu leugnen, daß erdes Bürgermeistersrechte Hand" sei. Bürgermeister aber konnte ThomasBuddenbrook nicht werden, denn er war Kaufmannund nicht Gelehrter, er hatte kein Gymnasium ab-solviert, war nicht Jurist und überhaupt nicht aka-demisch ausgebildet. Er aber, der von jeher seineMußestunden mit historischer und litterarischer Lek-türe ausgefüllt hatte, der sich seiner gesamten Um-gebung an Geist, Verstand und innerer wie äußererBildung überlegen fühlte, er verwand nicht den Argerdarüber, daß das Fehlen der orduuugsmäßigeuQua-lifikationen es ihm unmöglich machte, in dem kleinenReich, in das er hinein geboren, die erste Stelle eiu-zunehmen.Wie dumm sind wir gewesen," sagteer zu seinem Freunde und Bewunderer StephanKistenmaker aber mit demwir" meinte er nur