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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
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Es fehlte der Chor derHausarmen", die inder Mengstraße Schuhzeug und wollene Sachen inEmpfang genommen hatten, und es gab keinen Kna-bengesang. Man stimmte im Salon ganz einfachdasStille Nacht, heilige Nacht" an, worauf ThereseWeichbrodt aufs Exakteste das Weihnachtskapitel ver-las, an Stelle der Senatorin, die das nicht sonder-lich liebte; und dann ging man, indem man mithalber Stimme die erste Strophe desO Tanne-baum" sang, durch die Zimmerflucht in den großenSaal hinüber.

Es lag kein besonderer Grund vor zu freudigenVeranstaltungen. Tie Gesichter waren nicht ebenglückstrahlend und die Unterhaltung nicht eben heiterbewegt. Worüber sollte man plaudern? Es gabnicht viel Erfreuliches in der Welt. Man gedachteder seligen Mutter, sprach über den Hausverkauf,über die Helle Etage, die Frau Permaneder vormHolstenthore in einem freundlichen Hause angesichtsder Anlagen desLindenplatzes" gemietet hatte, undüber das, was geschehen werde, wenn Hugo Wein-schenk wieder auf freiem Fuße wäre. . . Inzwi-schen spielte der kleine Johann auf dem Flügel Eini-ges, was er mit Herrn Pfühl geübt hatte, und be-gleitete seiner Mutter, etwas fehlerhaft, aber mit'chönem Klange, eine Sonate von Mozart. Er wurdebelobt und geküßt, mußte dann aber von Jda Jung-mann zur Ruhe gebracht werden, da er heute Abend,noch infolge einer kaum überstandenen Darmasfek-tion, sehr blaß und matt aussah.