Druckschrift 
2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
311
Einzelbild herunterladen
 

311

auf das Anwachsen der Familie und die Enge inseinem Hause zu sprechen. . .Ja, dies hier istetwas Anderes!" sagte er.Das habe ich schon aufdem Wege hier herauf sehen können das Haus isteine Perle, eine Perle ohne Frage, gesetzt, daß derVergleich bei diesen Dimensionen haltbar ist, ha! ha!. . . Schon die Tapeten hier... ich gestehe Ihnen,gnädige Frau, ich bewundere, während ich spreche,beständig die Tapeten. Ein charmantes Zimmereffektiv! Wenn ich denke. . . hier haben Sie bis-lang Ihr Leben verbringen dürfen..."

Mit einigen Unterbrechungen ja," sprachFrau Permaneder mit jener besonderen Kehlkopf-stimme, die ihr manchmal zu Gebote stand.

Unterbrechungen ja," wiederholte der Kon-sul mit zuvorkommendem Lächeln. Dann warf ereinen Blick auf Senator Buddenbrook und HerrnGosch, und da die beiden Herren im Gespräche be-griffen waren, rückte er feinen Sessel näher zu FrauPermaneders Sofasitz heran und beugte sich zu ihr,sodaß nun das schwere Pusten seiner Nase dicht unterder ihren ertönte. Zu höflich, sich abzuwenden undsich seinem Atem zu entziehen, saß sie steif undmöglichst hoch aufgerichtet und blickte mit gesenktenLidern auf ihn nieder. Aber er bemerkte durch-aus nicht das Gezwungene und Unangenehme ihrerLage.

Wie ist es, gnädige Frau," sagte er . . .Mirscheint, wir haben früher schon einmal Geschäfte miteinander gemacht? Damals handelte es sich freilich