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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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derte, nahm zu, und Atemnot ängstigte sie. DasAlles aber kam daher, daß jetzt nicht mehr nur einLappen der rechten Lunge, sondern die ganze rechteLunge in Mitleidenschaft gezogen war, ja, daß, wennnicht Alles täuschte, auch schon an der linken SeileSpuren des Vorganges bemerkbar waren, den Dok-tor Langhals, indem er seine Fingernägel besah,Hepatisation" nannte, und über den Doktor Gra-bow sich lieber gar nicht weiter ausließ. . . DasFieber zehrte unablässig. Der Magen begann zuversagen. Unaufhaltsam, mit zäher Langsamkeit,schritt der Krästeverfall vorwärts.

Sie verfolgte ihn, nahm, wenn sie irgend dazuimstande war, eifrig die konzentrierte Nahrung, dieman ihr bot, hielt sorglicher noch, als ihre Pflege-rinnen die Stunden des Medizinierens inne undwar von Alldem so in Anspruch genommen, daß siebeinahe nur noch mit den Ärzten sprach und wenig-stens nur im Gespräche mit ihnen aufrichtiges In-teresse an den Tag legte. Besuche, die anfänglichvorgelassen wurden, Freundinnen, Mitglieder desJerusalemsabend", alte Damen aus der Gesellschaftund Pastorsgattinnen, empfing sie apathisch oder mitzerstreuter Herzlichkeit und entließ sie rasch. IhreAngehörigen empfanden peinlich die-Gleichgültigkeit,mit der die alte Dame ihnen begegnete; sie nahm sichwie eine Art Geringschätzung aus, die besagte:Ihrkönnt mir ja doch nicht helfen." Selbst dem kleinenHanno, der in einer erträglichen Stunde eingelassenwurde, strich sie nur flüchtig über die Wange und