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Und Schwester Leandra kam. Sie legte still ihrekleine Handtasche, ihren Umhang und die graue Haubeab, die sie über der weißen trug, und ging, währendder Rosenkranz, der an ihrem Gürtel hing, leiseklapperte, mit sanften und freundlichen Worten undBewegungen an ihre Arbeit. Sie pflegte die ver-wöhnte und nicht immer geduldige Kranke Tag undNacht und zog sich dann stumm und fast beschämtüber die menschliche Schwäche, der sie unterlag, zu-rück, um sich von einer anderen Schwester ablösen zulassen, zu Hause ein wenig zu schlafen und dannzurückzukehren.
Tenn die Konsulin verlangte beständigen Dienstan ihrem Bette. Je mehr sich ihr Zustand ver-schlimmerte, desto mehr wandte sich ihr ganzesDenken, ihr ganzes Interesse ihrer Krankheit zu,die sie mit Furcht und einem offenkundigen, naivenHaß beobachtete. Sie, die ehemalige Weltdame, mitihrer stillen, natürlichen und dauerhaften Liebe zumWohlleben und zum Leben überhaupt, hatte ihreletzten Jahre mit Frömmigkeit und Wohlthätigkeiterfüllt. . . warum? Vielleicht nicht nur aus Pie-tät gegen ihren verstorbenen Gatten, sondern auchaus dem unbewußten Triebe, den Himmel mit ihrerstarken Vitalität zu versöhnen und ihn zu veranlassen,ihr dereinst trotz ihrer zähen Anhänglichkeit an dasLeben, einen sanften Tod zu vergönnen? Aber siekonnte nicht sanft sterben. Manches schmerzlichenErlebnisses ungeachtet war ihre Gestalt vollständigungebeugt und ihr Auge klar geblieben. Sie liebte