Druckschrift 
2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

235

ernst war. Tu weißt nicht, wie es war, wenn ersich spät abends noch stundenlang mit seinen Akteneinschloß . . . und wenn man klopfte, so hörte man,wie er aufsprang und rief: Mer ist da! Was istda!« . .

Sie schwiegen.

Aber möge er doch schuldig sein! Möge er sichdoch vergangen haben!" begann Frau Permanederaufs Neue, und hierbei schwoll ihre Stimme an.Erhat nicht für seine Tasche gearbeitet, sondern für dieder Gesellschaft; und dann . . . Herr du mein Gott,es giebt doch Rücksichten zu beobachten in diesemLeben, Tom! Er hat nun einmal in unsere Familiehineingeheiratet... er gehört nun einmal zu uns. . . Man kann Einen von uns doch nicht ins Ge-fängnis sperren, grundgütiger Himmel! . . ."

Er zuckte die Achseln.

Tu zuckst die Achseln, Tom... Tu bist alsowillens, es zu dulden, es hinzunehmen, daß diesesGeschmeiß sich erfrecht, der Sache die Krone aufzu-setzen? Man muß doch irgend etwas thun! Erdarf doch nicht verurteilt werden! ... Du bist dochdes Bürgermeisters rechte Hand ... mein Gott, kannder Senat ihn denn nicht sofort begnadigen? . . .Ich will dir sagen. . . eben, bevor ich zu dir kam,war ich im Begriffe, zu Cremer zu gehen und ihnauf alle Weise anzuflehen, er möge intervenieren,möge in die Sache eingreifen... Er ist Polizei-chef ..."