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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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doch hin und wieder auch seine guten Seiten habe.Wahrhaftig, sie erblühte aufs neue in diesen Wochen,die, mit ihrer belebenden Geschäftigkeit, ihren viel-fältigen Plänen, ihren Wohnungssorgen und ihremAusstattungsfieber, sie allzu deutlich an die Zeitihres eignen ersten Verlöbnisses gemahnten, als daßsie sie nicht verjüngt und mit grenzenloser Hofsnungs-freudigkeit erfüllt hätten. Viel von dem graziösenÜbermut ihrer Mädchentage kehrte in ihre Mienenund ihre Bewegungen zurück, ja, die Stimmung einesganzen Jerusalemsabends entweihte sie durch eineso ausgelassene Fröhlichkeit, daß selbst Lea Ger-hardt das Buch ihres Vorfahren sinken ließ undmit den großen, unwissenden und mißtrauischenAugen der Tauben im Saale umherblickte. . .

Erika sollte sich von ihrer Mutter nicht trennen.Mit dem Einverständnis des Direktors, ja, auf seinenWunsch hin, war beschlossen worden, daß Frau An-tonie wenigstens vorderhand bei den Wein-schenks wohnen, daß sie der unerfahrenen Erika imHaushalte zur Seite stehen sollte . . . und dies gradewar es, was in ihr die köstliche Empfindung her-vorrief, als hätte niemals ein Bendix Grünlich, nie-mals ein Alois Permaueder gelebt, als zergingenalle Mißerfolge, Enttäuschungen und Leiden ihresLebens zu nichts, und als dürfe sie mit frischen Hoff-nungen nun noch einmal von vorne beginnen. Zwarermahnte sie Erika zur Dankbarkeit gegen Gott, derihr den einzig geliebten Mann beschere, währendsie selbst, die Mutter, ihre erste und herzliche Nei-