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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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aber er verkleidete dies Gefühl mit einer desto küh-neren Haltung, und die Konsulin, Onkel Justus,Senator Buddenbrook wenn auch nicht geradedie Damen Buddenbrook aus der Breitenstraßewaren gegenüber diesem tüchtigen Bureaumenschen,diesem gesellschaftlich unerfahrenen Manne der hartenArbeit zu taktvoller Nachsicht bereit.

Sie war vonnöten; denn immer wieder galt es,mit einem belebenden und ablenkenden Worte eineStille zu verscheuchen, die sich an der Familientafelim Eßsaale ausbreitete, wenn etwa der Direktorsich in allzu neckischer Art mit Erikas Wangen undArmen beschäftigte, wenn er sich gesprächsweise er-kundigte, ob orauM-marmolaäo eine Mehlspeise sei,Mehlschpeis'" sagte er mit kecker Betonungoder wenn er der Meinung Ausdruck gab,Romeound Julia" sei ein Stück von Schiller. . . Dinge,die er unter sorglosem Händereiben, den Oberkörperschräg gegen die Stuhllehne zurückgeworfen, mitvieler Frische und Festigkeit hervorbrachte.

Am besten verständigte er sich mit dem Senator,der über Politik und Geschäftliches hin eine Unter-haltung mit ihm sicher zu steuern wußte, ohne daßein Unglück geschah. Vollkommen verzweifelt abergestaltete sich sein Verhältnis zu Gerda Budden-brook. Die Persönlichkeit dieser Dame befremdeteihn in solchem Grade, daß er außer stände war,einen auch nur für zwei Minuten ausreichenden Ge-sprächsstoff für sie zu finden. Da er wußte, daß siedie Violine spielte, und diese Thatsache starken Ein-