Druckschrift 
2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
72
Einzelbild herunterladen
 

ohne jegliche gesellschaftliche Verbindung; die beidenwaren geradezu auf einander angewiesen und vonGott ersichtlich für einander bestimmt. Wollte derDirektor, der sich den Vierzig näherte, und dessenHaupthaar sich zu melieren begann, einen Haus-stand gründen, was seiner Stellung zukam und seinenVerhältnissen entsprach, so eröffnete ihm die Ver-bindung mit Erika Grünlich den Eintritt in eineder ersten Familien der Stadt und war geeignet,ihn in seinem Berufe zu fördern, in seiner Positionzu befestigen. Was aber Erikas Wohlfahrt betraf,so durfte Frau Permaneder sich sagen, daß wenig-stens ihre eigenen Schicksale in diesem Falle ausge-schlossen seien. Mit Herrn Permaneder wies HugoWeinschenk nicht die geringste Ähnlichkeit auf, undvon Bendix Grünlich unterschied er sich durch seineEigenschaft als solid situierter Beamter mit festemGehalt, die eine weitere Karriere nicht ausschloß.

Mit einem Worte: es war auf beiden Seiten vielguter Wille vorhanden, die Nachmittagsbesuche Di-rektor Weinschenks wiederholten sich in rascher Folge/und im Januar dem Januar des Jahres 1867 gestattete er sich, mit einigen kurzen, männlichenund geraden Worten, um Erika Grünlichs Handzu bitten.

Von nun an gehörte er zur Familie, begann,an denKindertagen" teilzunehmen und ward vonden Angehörigen seiner Braut mit Zuvorkommen-heit ausgenommen. Ohne Zweifel empfand er so-fort, daß er unter ihnen nicht recht am Platze war;