deres, als die zähe, geduldige und von streng über-lieferten Prinzipien geleitete Arbeit seiner kauf-männischen Mitbürger. Dieser Mann stand frei vonden hemmenden Fesseln der Tradition und der Pietätauf seinen eigenen Füßen, und alles Altmodische warihm fremd. Er bewohnte keines der alten, mit un-sinniger Raumverschwendung gebauten Patrizier-häuser, um deren ungeheure Steindieleu sich weiß-lackierte Gallerten zogen. Sein Haus in der Sand-straße — der südlichen Verlängerung der Breiten-straße — mit schlichter Olfassade, praktisch ausge-beuteten Raumverhältnissen und reicher, eleganter,bequemer Einrichtung, war neu und jedes steifenStiles bar. Übrigens hatte er in dieses sein Hausnoch vor kurzem, gelegentlich einer seiner größerenAbendgesellschaften eine ans Stadttheater engagierteSängerin geladen, hatte sie nach Tische vor seinenGästen, unter denen sich auch sein kunstliebender undschöngeistiger Bruder, der Rechtsgelehrte, befand,singen lassen, und die Dame aufs glänzendste hono-riert. Er war nicht der Mann, in der Bürgerschaftdie Bewilligung größerer Geldsummen zur Restau-rierung und Erhaltung der mittelalterlichen Denk-mäler zu befürworten. Daß er aber der Erste, ab-solut in der ganzen Stadt der Erste gewesen war,der seine Wohnräume und seine Comptoirs mit Gasbeleuchtet hatte, war Thatsache. Gewiß, wenn KonsulHagenström irgend einer Tradition lebte, so war esdie von seinem Vater, dem alten Hinrich Hagenström,übernommene unbeschränkte, fortgeschrittene, duld-
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