25
des Rufes harren; aber er wird auch diesmal nichtgewählt werden, er wird fortfahren mit einer Mienevoll Biedersinn und Selbstzufriedenheit, das Trottoirmit seinem Spazierstock zu stoßen, und er wird sichmit diesem heimlichen Grame ins Grab legen, nichtSenator geworden zu sein. . .
Als James Möllendorpfs Tod am Donnerstagebeim Buddenbrookschen Familien-Mittagessen be-sprochen worden war, hatte Frau Permaneder nacheinigen Ausdrücken des Bedauerns begonnen, ihreZungenspitze an der Oberlippe spielen zu lassen undverschlagen zu ihrem Bruder hinüberznblicken, wasdie Damen Buddenbrook veranlaßt hatte, unbeschreib-lich spitzige Blicke zu tauschen, und dann sämtlich,wie auf Kommando, während einer Sekunde Augenund Lippen ganz fest zu schließen. Der Konsul hatteeinen Moment das listige Lächeln seiner Schwestererwidert und dann dem Gespräche eine andere Rich-tung gegeben. Er wußte, daß man in der Stadtden Gedanken aussprach, den Tony glückselig in sichbewegte. . .
Namen wurden genannt und verworfen. Anderetauchten auf und wurden gesichtet. Henning Kurzin der Bäckergrube war zu alt. Eine frische Kraftwar endlich vonnöten. Konsul Huneus, der Holz-händler, dessen Millionen übrigens nicht leicht insGewicht gefallen wären, war verfassungsmäßig aus-geschlossen, weil sein Bruder dem Senate angehörte.Konsul Eduard Kistenmaker, der Weinhändler, undKonsul Hermann Hagenström behaupteten sich auf