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erzählten sich am „Jerusalemsabend" von SenatorMöllendorpfs Tode, wenn Lea Gerhardt im Vor-lesen eine Pause machte, selbst die kleinen Sonn-tagsschülerinnen flüsterten davon, wenn sie ehr-fürchtig über die große Buddenbrooksche Diele gingen,und Herr Stuhl in der Glockengießerstraße hatte mitseiner Frau, die in den ersten Kreisen verkehrte,eine ausführliche Unterredung darüber.
Allein das Interesse konnte nicht lange auf dasZurückliegende gerichtet bleiben. Gleich mit demersten Gerücht von dem Ableben dieses alten Rats-herren war die eine große Frage aufgetaucht. . .als aber die Erde ihn deckte, war es diese Frageallein, die alle Gemüter beherrschte: Wer ist derNachfolger?
Welche Spannung und welche unterirdische Ge-schäftigkeit! Der Fremde, der gekommen ist, diemittelalterlichen Sehenswürdigkeiten und die an-mutige Umgebung der Stadt in Augenschein zu neh-men, merkt nichts davon; aber welch Treiben unterder Oberfläche! Welche Agitation! Ehrenfeste, ge-sunde, von keiner Skepsis angekränkelte Meinungenplatzen aufeinander, poltern vor Überzeugung, prüfeneinander und verständigen sich langsam, langsam. DieLeidenschaften sind aufgeregt. Ehrgeiz und Eitel-keit wühlen im Stillen. Eingesargte Hoffnungen regensich, stehen auf und werden enttäuscht. Der alteKaufmann Kurz in der Bäckergrube, der bei jederWahl drei oder vier Stimmen erhält, wird wiederumam Wahltage bebend in seiner Wohnung sitzen und