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Diesem diabetischen Greise waren die Selbsterhal-tungsinstinkte so sehr abhanden gekommen, daß erin den letzten Jahren seines Lebens mehr und inehreiner Leidenschaft für Kuchen und Torten unter-legen war. Doktor Grabow, der auch bei Möllen-dorpfs Hausarzt war, hatte mit aller Energie, derener fähig war, protestiert, und die besorgte Familiehatte ihrem Oberhaupte das süße Gebäck mit sanfterGewalt entzogen. Was aber hatte der Senator ge-than? Geistig gebrochen, wie er war, hatte er sichirgendwo in einer unstandesgemäßen Straße, in derKleinen Gröpelgrube, An der Mauer oder im Engels-wisch ein Zimmer gemietet, eine Kammer, ein wahresLoch, wohin er sich heimlich geschlichen hatte, umTorte zu essen. . . und dort fand man auch denEntseelten, den Mund noch voll halb zerkautenKuchens, dessen Reste seinen Rock befleckten und ausdem ärmlichen Tische umherlagen. Ein tödlicherSchlaganfall war der langsamen Auszehrung zu-vorgekommen.
Die widerlichen Einzelheiten dieses Todesfalleswurden von der Familie nach Möglichkeit geheimgehalten; aber sie verbreiteten sich rasch in der Stadtund bildeten den Gesprächsstoff an der Börse, im„Klub", in der „Harmonie", in den Comptoirs, inder Bürgerschaft und auf den Bällen, Diners undAbendgesellschaften, denn das Ereignis fiel in denFebruar — den Februar des Jahres 62 — unddas gesellschaftliche Leben war noch in vollem Gange.Selbst die Freundinnen der Konsulin Buddenbrook