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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
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eine kleine lutherische Gemeinde gehütet hat, undsein Dialekt ist unter dem Streben nach reiner undpathetischer Aussprache zu einer völlig eigenartigenRedeweise, mit langen und dunklen oder jäh accen-tuierten Vokalen und einem an den Zähnen rollendenr geworden. . .

Er lobt Gott mit leiser, schwellender oder starkerStimme, und die Familie hört ihm zu: Frau Per-maneder, gehüllt in würdevollen Ernst, der ihr Ent-zücken und ihren Stolz verbirgt; Erika Grünlich,nun schon fast fünfzehnjährig, ein kräftiges, jungesMädchen mit aufgestecktem Zopf und dem rosigenTeint ihres Vaters, und Christian, der heute morgenvon Hamburg eingetroffen ist und seine tiefliegen-den Augen von einer zur anderen Seite schweifenläßt . . . Pastor Tiburtius und feine Gattin habendie Reise von Riga nicht gescheut, um bei der Feierzugegen sein zu können: Sievert Tiburtius, der dieEnden seines langen, dünnen Backenbart über beideSchultern gelegt hat, und dessen kleine, graue Augensich hie und da in ungeahnter Weise erweitern,größer und größer werden, hervorquellen, beinaheherausspringen . . . und Clara, die dunkel, ernst undstreng darein blickt und manchmal eine Hand zumKopfe führt, denn dort schmerzt es . . . Übrigenshaben sie den Buddenbrooks ein prachtvolles Ge-schenk mitgebracht: einen mächtigen, aufrechten, aus-gestopften, braunen Bären mit offenem Rachen, denein Verwandter des Pastors irgendwo im innerenRußland geschossen, und der jetzt, eine Visitkarten-