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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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wird niemals den Händedruck vergessen, mit demder gute Doktor Grabow, als er vor vier WochenMutter und Kind verlassen konnte, zu ihm gesagthat:Seien Sie dankbar, lieber Freund, es hättenicht viel gefehlt. . Der Konsul hat nicht zufragen gewagt, woran nicht viel gefehlt hätte. Erweist den Gedanken, daß es mit diesem lange ver-gebens ersehnten, winzigen Geschöpfe, das so sonder-bar lautlos zur Welt kam, beinahe gegangen wärewie mit Antoniens zweitem Töchterchen, mit Entsetzenvon sich . . . Aber er weiß, daß es für Mutter uudKind eine verzweifelte Stunde gewesen ist, vor vierWochen, und er beugt sich glücklich und zärtlich zuGerda nieder, welche, die Lackschuhe auf einemSammetkissen gekreuzt, vor ihm uud neben der altenKonsulin in einem Armsessel lehnt.

Wie bleich sie noch ist! Und wie fremdartigschön in ihrer Blässe, mit ihrem schweren, dunkelrotenHaar und ihren rätselhaften Augen, die mit einergewissen verschleierten Moquerie auf dem Predigerruhen. Es ist Herr Andreas Pringsheim, pu8tormuriunus, der nach des alten Kölling plötzlichemTode in jungen Jahren schon zum Hauptpastor auf-gerückt ist. Er hält die Hände inbrünstig, dicht unterdem erhobenen Kinn gefaltet. Er hat blondes, kurz-gelocktes Haar und ein knochiges, glattrasiertes Ge-sicht, dessen Mimik zwischen fanatischem Ernst undHeller Verklärung wechselt und ein wenig theatralischerscheint. Er stammt aus Franken, woselbst er wäh-rend einiger Jahre inmitten von lauter Katholiken