die Aussicht, seine Tochter einer Königlichen Hoheit zurFrau geben zu sollen, so wenig Ergötzen, daß Dr. Krippen-reuther sowohl wie Herr von Bühl mehr als einmal intödliche Verlegenheit gerieten. „Wenn er irgend etwas ge-lernt, eine ordentliche Beschäftigung hätte!" knarrte er ver-drießlich. „Aber ein junger Mensch, der nichts versteht, alssich hochleben zu lassen..Wirklich erbost zeigte er sich,als zum ersten Male ein Wort von morganatischer Ver-mählung siel. Seine Tochter, erkärte er „once kor all",sei kein Kebsweib und nicht für die linke Seite. Heirateman sie, so heirate man sie ... Aber die Interessen derDynastie und des Landes trafen in diesem Punkte ja völligmit den seinen zusammen; die Erzielung erbfolgeberech-tigter Nachkommenschaft war eine Notwendigkeit, undHerr von Bühl war mit all den Vollmachten ausgestattet,die Herr von Knobelsdorff vom Großherzog zu erwirkenverstanden hatte. Was aber die Mission Dr. Krippen-reuthers betraf, so war es gewiß nicht die Beredsamkeitihres Trägers, welche sie glücken ließ, sondern einzig HerrnSpoelmanns Vaterzärtlichkeit, — die Willfährigkeit einesleidenden, überdrüssigen und von seinem Wundertier-Dasein längst paradox gestimmten Vaters gegen seineeinzige Tochter und Erbin, die sich schließlich die Staats-papiere, in welchen sie ihr Vermögen anzulegen wünschte,selbst aussuchen mochte.
Und so kamen denn jene Pakten zustande, die vorder-hand in tiefe Verschwiegenheit gehüllt blieben und nurschrittweise, erst durch die Ereignisse selbst, ans Sonnen-licht traten, die aber hier in ruhigen Worten zusammen-gestellt werden mögen.
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