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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
374
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zenus in der Schloßkirche war der Zeremonie vorauf-gegangen; dann begab sich der Großherzog, begleitet vondem Prinzen Klaus Heinrich, in feierlichem Zuge zumThronsaal, woselbst die Mitglieder der beiden Kammern,die Minister, die Hofchargen und viele andere Herren inUniform und Bürgerkleid die fürstlichen Brüder miteinem dreifachen Hoch begrüßten, aufgefordert dazu durchden Präsidenten der Ersten Kammer, einen GrafenPrenzlau.

Albrecht hatte dringend gewünscht, seine Rolle bei derförmlichen Handlung an seinen Bruder abzutreten, undnur auf inständige Gegenvorstellungen des Herrn vonKnobelsdorff schritt er im Zuge hinter den als Pagenverkleideten Kadetten her. Er schämte sich seiner ver-schnürten Husarenjacke, seiner prallen Hosen und diesesganzen Hokuspokus in dem Grade, daß Ärger lind Ver-legenheit ihm unzweideutig vom Gesichte zu lesen waren.Seine Schulterblätter waren nervös verzogen, als er dieStufen zum Thron emporstieg. Dann stand er vor demTheaterstuhl unter dem schadhaften Baldachin und sogan der Oberlippe. Auf dem weißen Stehkragen, der weitaus dem silbernen Husarenkragen hervorragte, ruhte seinschmaler, spitzbärtiger, unmilitärischer Kopf, und feineblauen, einsam blickenden Augen sahen niemanden. DasKlirren der Sporen des Flügeladjutanten, der ihm dieHandschrift der Thronrede überreichte, klang durch denSaal, in welchem sich Stille verbreitet hatte. Und leise,ein wenig lispelnd und mehrmals von plötzlicher Heiser-keit unterbrochen, verlas der Großherzog, was man ihmaufgesetzt hatte.