„Gräfin, der Prinz wünscht meine Bücher zn sehen. Darfich Sie bitten, sich hierzu zu äußern?"
Gräfin Löwenjoul saß in Abwesenheit. Den kleinenKopf zur Schulter geneigt, betrachtete sie Klaus Heinrichmit einem scharf gekniffenen, ja boshaften Blick und ließdann ihre Augen zu Jmma Spoelmann Hinübergleiten,während ihre Miene sich veränderte und ein weicher, mit-leidiger und besorgter Ausdruck davon Besitz ergriff.Lächelnd kam sie zu sich und nestelte eine kleine Uhr ausihrem braunen, enganschließenden Kleide hervor.
„Um sieben Uhr", sagte sie frisch, „erwartet MisterSpoelmann Sie, Jmma, damit Sie ihm vorlesen. Siehaben eine halbe Stunde, um den Wunsch Seiner könig-lichen Hoheit zu erfüllen."
„Nun, so kommen Sie, Prinz, und besichtigen Siemein Studio!" sagte Jmma. „Auch mögen Sie sichimmerhin an der Überführung der Bücher beteiligen, so-fern Ihre Hoheit es zuläßt. Ich nehme die Hälfte...."
Aber Klaus Heinrich nahm alle Bücher. Er umfaßtesie mit beiden Armen, obgleich der linke ihm wenig nützewar, und der Stapel reichte ihm über das Kinn. So,rückwärts gebeugt und behutsam, um nichts zu verlieren,folgte er der führenden Jmma hinüber in den nach derAuffahrtsallee gelegenen Flügel, in dessen Hauptgeschoßdie Wohnungen Fräulein Spoelmanns und der GräfinLöwenjoul lagen.
In dem großen und wohnlichen Zimmer, das sie durcheine schwere Tür betraten, ließ er seine Last auf die sechs-eckige Platte eines Ebenhplztisches nieder, der vor einemmassigen, mit golddurchwirktem Stoff überkleideten Sofa