Druckschrift 
Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

Heer, in das Regiment der Leibgrenadiere ward vorge-nommen.

Das ging so zn. Das Regiment, dem die Ehre zuteilwerden sollte, Klaus Heinrich zu seinen Offizieren zuzählen, war auf dem Albrechtsplatz in offenem Viereckaufgestellt. Viele Federbüsche wehten in der Mitte; diePrinzen des Hauses, die Generäle waren anwesend. DasPublikum, schwärzlich gegen das bunte Tableau, stautesich hinter den Absperrungslinien. Photographische Appa-rate waren an mehreren Stellen auf den Ort der Hand-lung gerichtet. Die Großherzogin sah mit den Prinzes-sinnen und ihren Damen von den Fenstern des AltenSchlosses dem Schauspiele zu.

Klaus Heinrich, als Leutnant gekleidet, meldete sichzunächst in aller Form beim Großherzog im Schloß.Ernst, ohne an ein Lächeln zu denken, trat er vor seinenVater hin, um ihm mit geschlossenen Beinen dienstlichkundzumachen, daß er zur Stelle sei. Der Großherzogdankte ihm kurz, gleichfalls ohne ein Lächeln, und begabsich dann auch seinerseits, gefolgt von seinen Adjutanten, >in großer Uniform und mit flatterndem Federbusch auf Iden Platz hinab. Klaus Heinrich trat vor die gesenkte !Fahne, ein gesticktes, vergilbtes und halb zerfetztes Seiden-tuch, und leistete den Eid. Der Großherzog hielt in ab- ^gerissenen Sätzen und mit einer scharfen Kommando- ^stimme, deren er sich eigens zu diesem Zweck bediente,eine Ansprache, worin er seinen SohnEure Großherzog-liche Hoheit" anredete, und drückte dem Prinzen öffentlichdie Hand. Der Oberst der Leibgrenadiere brachte mitrotem Gesicht ein Hoch auf den Großherzog aus, in das

-44