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meisters seien 7 neue Straßen aufgelegt,neue Schulen wurden erbaut, die land-wirtschaftliche Winterschule, die Fortbil-dungsschule errichtet, die höheren Schu-len auf den städtischen Etat übernommen.Alle diese Anstalten seien als mustergültigzu bezeichnen. Die Kanalisation, dasWasserwerk wurden neu gebaut, dieGasanstalt übernommen und auf diedoppelte Leistungsfähigkeit gebracht. Vor-her war der Stadtsäckel leer, um dieFinanzlage, um die Geschäftsführung derSparkasse habe sich Herr BürgermeisterGöring unauslöschliche Verdienste erwor-ben. Wenn man die Sparkassen - Ab-schlüsse vergleiche, müsse man finden,daß an der Spitze ein Mann stand, der zuwirtschaften weiß und als guter Haus-vater bekannt ist. Neben dem Rathauseund der Landwirtschaftsschule, die in ge-meinsamen Besitz von Stadt und Land,habe die Stadt mancherlei Grund und Bo-den erworben, so die Stadthalle, Grund-stücke für die Errichtung eines Amts-gerichts, für ein Schlachthaus, den Stadt-wald usw. Die Stadt habe über 200 preu-ßische Morgen Grundbesitz, welcher hof-fentlich nach rascher Schuld-Abtragungschon nach einer kurzen Reihe von Jahrenfreies Eigentum der Stadt werden würde.Das Barvermögen der Stadt betrage rund1 / i Million. Neben diesen rasch erkenn-baren Verdiensten habe BürgermeisterGöring aber noch solche, die wenigersichtbar, aber doch von unschätzbaremWerte seien. Vor allem die Ordnung desGrundbuches. Die früher herrschendegroße Unordnung in den Besitzverhält-nissen der Stadt, wonach Privathäuser aufstädtischem Besitz standen und städtischerBesitz auf den Namen von Privatleuteneingetragen war, habe Herr Göring inmühevoller, vielfach verdrießlicher Arbeitzu beseitigen verstanden, das, wie auchdie Hebung der finanziellen Lage der
Stadt dürfe ihm nie vergessen werden.Sein weiter Blick, der sich besonders auchin der Erwerbung des Grundbesitzes ge-zeigt, seine große Sachlichkeit bei allenVerhandlungen seien nur übertroffenworden durch die Liebenswürdigkeit,mit der er im Fluge die Herzen ge-nommen und werde er, deß könne er ge-wiß sein, in freundlicher, dankbarer Er-innerung bei jedermann bleiben. 17 Jahrelang habe er hier dem Könige, dem Staate,der Gemeinde gedient; möge ihm ein son-niger Lebensherbst in körperlicher undgeistiger Frische beschieden sein. Möch-ten wir ihn noch recht lange Zeit zu denUnsrigen zählen dürfen und möge er seinereichen Erfahrungen im Interesse der Ge-meinden Kettwig Stadt und Land und ihrerBewohner zuwenden.
Herr Gemeindevorsteher Eichholz-Sengelmann sprach dann namens derLandbürgermeisterei. Es sei gerade nichtsehr angenehm, auf einem von dem Vor-redner so wohl abgeernteten Felde eineNachlese zu halten. Das Land habe auchseine Berechtigung an seinen Bürgermeister.Der Landbewohner sei viel mehr auf ihnangewiesen als der Städter, dermehrWelt-bürger und leichter mit allen Verhältnissenfertig werde. Der Landbewohner muß vielöfter seinen Bürgermeister in Anspruchnehmen. Herr Bürgermeister Göring habejedem gern sein Ohr geliehen, sei jedementgegengekommen, allezeit zu gutem Ratfreundlich bereit. In langer Amtszeit habeer das starke, umfassende Vertrauen derLandbewohner gewonnen, man sei ihmvon Herzen geneigt; das jetzige Scheidensei schwer, denn er sei mit ihnen verwach-sen. Alles Irdische zieht vorüber, es mußgeschieden sein. Wir wünschen ihm aufseinem ferneren Lebenswege alles Gute,sein Stamm grüne, seine Familie wachseund blühe, unsere wärmsten Wünsche be-gleiten ihn.
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