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1 (1911) Vorarbeit zu einer Geschichte unserer Sippe : Als Ms. gedr. [Hauptw.].
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dann als Familienname! (Wie aus demStammbaum zu ersehen, wurde die Fa-milie Stein auch früher vom Stein odervom Niederstein nach dem Bauernhof Nie-derstein bei Lintorf genannt. P. G.)Diese Einbuße der Präposition vor so vie-len deutschen Familiennamen ist die Fol-ge der im 17. Jahrhundert einreißendenlächerlichen Vorstellung, als sei das Wört-leinvon etwas Vornehmes, das nur demAdel zukäme. Dadurch entstand zugleichder Unfug, daß man anderseits aus völ-ligem Mangel an Sprachgefühl dasvonnun gar vor Namen setzte, die zu denbeiden Gruppen der Eigennamen und derCharakternamen gehören. So gibt esdenn, es ist kaum zu glauben, Namen wievon Albrecht, von Engelbrecht, von-ring (von Göhring e n wäre natürlich er-laubt!), von Müller, von Meyer, vonGrothe, und leider viele ähnliche Miß-bildungen. Auch hierin sind wiederdie Holländer vernünftiger; sie ver-wenden noch immer dasvan vor Orts-namen, wohin es gehört, z. B. van Arn-hem, van Beethoven, van der Smissen,Vandenhoeck (= vom Eck), van denHoevel (= vom Hügel). Es wäre dahersehr zu wünschen, dass die bürgerlichenNamen, welche durch ein albernes Vor-urteil um ihre vernunftgemäße Form ge-kommen sind, jetzt, wo dieser Wahn zuschwinden beginnt, ihre richtige undschöne Gestalt Wieder gewönnen. Mansetze also dasvon wieder vor die Orts-namen, lasse es aber vor solchen Namenweg, die seiner nicht bedürfen. Will maneinen Mann, der es verdient hat, auchäußerlich noch im Titeladligen, d. h.in den Adelstand erheben, so gebe manihm doch die Adelsprädikate wie Ritter,Freiherr, Baron, Graf, Fürst und ein Gutdazu, nach dem er sich benennen kann,z. B. Ludwig Freiherr der Grote, Hel-muth Lucius Freiherr von Ballhausen.

Einiger Absonderlichkeitenauf dem weiten Gebiete der in Deutsch-land vorkommenden Familiennamen wol-len wir noch kurz gedenken.

Erstens finden wir bei Personen, diein ihrem ganzen Wesen deutsch sind (be-sonders im Offiziersstande), rein franzö-sische Familiennamen. Diese Leute stam-men entweder von den Hugenotten ab,die um ihres Glaubens willen vor 200 Jah-ren ihr Vaterland Frankreich verlassenmußten und als Protestanten und kluge,fleißige Gewerbetreibende freundlicheAufnahme in Deutschland fanden, beson-ders beim Großen Kurfürsten. Oder sieführen ihren Ursprung auf die Refugieszurück, die meistens Adlige wäh-rend der Französischen Revolution ausFrankreich entwichen. Alle diese Franzo-sen wurden hier sehr bald heimisch undauch im Herzen Deutsche, weil sie alsArier mit uns ja stammverwandt sind.Man denke nur an Adalbert von Chamis-so! Ihre Nachkommen bewahren natür-lich aus Pietät die französischen Fami-liennamen.

Zweitens: Deutschland liegt in derMitte Europas. Wie mancher Kriegs-knecht mag in all den Kriegen, die un-ser Land verheerten (im 30jährigen undin den Napoleonischen), hier hängen ge-blieben und seßhaft geworden sein! DieNachkommen glichen sich uns als Arierleicht an, und nur ihre schwedischen, sla-vischen, italienischen, spanischen Namenlegen für jene Tatsache Zeugnis ab.

Drittens hören wir mitunter deutscheFamiliennamen mit lateinischen Endungenoder ganz lateinische Familiennamen.Hier spüren wir wieder die Wirkungendes Humanismus, der ungefähr zur selbenZeit mächtig bei uns wurde, als es Sitteward, Familiennamen zu führen. Da la-teinisierte oder gräcisierte mancher Ge-lehrte rein deutscher Abstammung seinen