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1 (1911) Vorarbeit zu einer Geschichte unserer Sippe : Als Ms. gedr. [Hauptw.].
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sien). Der Name Göhringer, der hie-her zu stellen ist, muß folgendermaßenerklärt werden: Irgendeiner aus denFamilien der Gerunge, Göhringe gabdem Gute, das ihm gehörte, seinenNamen, oder andere nannten es nachihm Gerungen, Geringen, Göhringenoder in ähnlicher Sprach- und Schreib-form. Dies Geringen ist eigentlich derDativ Pluralis (wie Schwaben, Sachsen,Preußen u. a.) und heißt ursprünglich biden Geringen, d. i.bei den Leuten Ge-rings. Dieser Ortsname kommt sogarmehrfach (etwa 12mal) vor.*) Kam einervon diesem Gute (oder dem daraus er-wachsenen Orte) anderswohin, so gab ersich oder man gab ihm den Beinamender Göhringer; diesen pflanzte er fortals Familiennamen. Solcher Göhringergibt es etliche in verschiedenen Ortschaf-ten Deutschlands, wohin gerade derWandertrieb sie oder ihre Vorelternführte. Z. B. ist ein Wirt des Namens imBade Rippoldsau im Schwarzwalde (auchein militärisches Geschlecht in Bayern P.G.). Ein solcher Göhringer kann sich aberimmerhin dann wieder durch AbkürzungGöhring genannt haben, selbstverständ-lich ohne Bewußtsein der sprachlichenBedeutungund Entstehung seines Namens.

In diese Unterabteilung gehörenauch die Namen, welche die Bewohnervon Ländern bezeichnen, z. B. Beyer,

Böhme, Böhm, Unger, Preuß, Preiß,Prüß (in Niederdeutschland); Sauerlän-der, Sauerland; Westphal; Düring, Dö-ring (der Thüringer).

Durch Zusammensetzung mit-mann sind z. B. gebildet Casselmann,Endemann, Feldmann, Hausmann, Huse-mann, Lünemann, Wurthmann, Worth-mann (der auf einer Wurt oder Warftwohnt, wie die Marschbewohner).

Alle anderen Ortsnamenmüßten eine Präposition vorsich haben. Richtig gebildet sind nochfolgende: Jmgrund, Zumwinkel, ausmWeerth, Utermark (aus der Mark), Uter-mähle und Utermöhlen (aus der Mühle),Van der Sypen. Bei den übrigen Orts-namen dürfte unter keinen Umständen dasvon zur Bezeichnung der Herkunft feh-len, denn Eickhoff (Eichenhof) bezeichnetdoch einen Hof, Harriehausen ist einDorfname und Köln eine Stadt, und diesedrei können doch vernünftigerweise nichtzur Bezeichnung eines Mannes gebrauchtwerden, während Erich vom Eickhofe,Hermann von Harriehausen, Rudolf vonKöln richtige Namen wären. In manchenNamen, besonders bei Adligen, ist diesvon noch erhalten und weist auf einenalten Besitz der Familie hin. Vgl. dieerste Hauptgruppe! In der weitaus größ-ten Mehrzahl dagegen ist dasvon weg-gelassen, und der kahle Ortsname dient

*) Mir bekannt: Außer Geringswalde, Geringshausen, Göringsreut, Gerrnode hieß nach Urkundendes Klosters Kaufungen in Hessen früher Geringrode. 1. Gering b. Münstermaifeld Eifel (Rhein. Gesch.-Blätter II. Jahrg., Nr. 12, Sept. 1896). 2. Die Stadt Gerlingen wurde in früheren Urkunden Geringengeschrieben. 3. Hof Göringen in Württemberg, Lorsches Urkunde 902. 4. Dorf Göring b. Hilpoltstein,Oberfranken, 1280 im Urbarium der Bayer. Herzoge als Villa aufgeführt. 5. Hof Gering b. Mühldorf,1180 in einem Urbarium der Bayer. Herzoge als Gerunck aufgeführt; 1253 als Gerhingen, 1300 alsGöringen. 6. Hof Gering b. Pfarrkirchen 7. Der österr. Flecken Gerungs kommt schon 1253 vor.8. Einige Stunden von Lindau liegt der Hof Göringen. 9. Die Mönche von Eussertal in Speyer kauften1208 den Gerungshof, jetzt die Post oder Wittelsbacherhof genannt. 10. Ein Dorf Göringen inLothringen. 11. Flecken Göringen a. d. Werra, mit dem Göringerstein zwischen dem Dorf Göringenund der Ruine Brandenburg, mit schönem Blick ins Werratal. (Petermanns Mitteilungen, Ergänzungs-heft 76, Gotha 1884. S. 61.) Thüringer Sagenbuch von Ludwig Bechstein. III. Auflage, Dresden,Leipzig 1898, S. 60. Schon inmitten der Wegstrecke zwischen Tiefenort und Berka a. d. Werra liegendie Hulden-Berge. In den sogenannten Göhringer Steinen läßt die Sage eine Hulda als Wasserfeein einer Krystallgrotte wohnen. 12. Geryn, Dorf in der Lausitz b. Buckau. Codex diplom. Branden-burg. Auch in Skandinavien kommen ähnliche Orte vor, z. B. Hjörring, Stadt in Dänemark, Hjörrund-(Jörrung-)Fjord, Norwegen. J und Yeringheim Ort bei Kehl. (Urk. B. Straßburg I. 2.) Gerings(Baumann, Gesch. d. Allgäus I. S. 151).

s.s.