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1 (1911) Vorarbeit zu einer Geschichte unserer Sippe : Als Ms. gedr. [Hauptw.].
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silbe der ersten vier ist aus dem Grie-chischen oder Lateinischen herüberge-nommen.) Diesessohn wird auch mit-unter ganz fortgelassen, so daß der nackteGenitiv steht, z. B. Friedrichs, Hennings.

Diese von ursprünglichen Eigenna-men abgeleiteten Beinamen (Zunamen,Nachnamen) sind der eigentliche Kern derheutigen Familiennamen und der Anzahlnach unzweifelhaft ihr größter Teil.

Eine 3. Hauptgruppe derheutigen Familiennamen istauf Beinamen zurückzuführen,welche die Beschäftigung desersten Trägers oder seinenStand, sein Amt, sein Gewerbeoder auch ein charakteristi-sches Merkmal seines Aus-sehens, seiner Tracht, seinesKörperbaues oderseiner see-lischen Eigenschaften bezeich-neten. Man hat sieStandes-oder Charakternamen ge-nannt. Sie sind ohne Zweifel dem erstenInhaber von seiner Umgebung beigelegtworden. Man pflegt derartige NamenheuteSpitznamen zu nennen, und manist damit auch heute noch freigebig. Inihnen prägt sich der mehr oder mindergute oder schlechte Witz und Humor, jaauch die Bosheit und Roheit der Ange-hörigen der verschiedenen Zeitalter aus.Beinamen dieser Art hat es gewiß zuallen Zeiten gegeben, auch schon vor derEntstehung der eigentlichen Familienna-men. Dahin gehören Namen wie Meyer,Schulze, Ritter, Gerber, Färber, Schmidt,Becker, Müller, Schreiber (Scriber, Schrie-ver), Stahlhuth, Langemantel, Knoke,Grote, Lange, Gelhaar, Schwarzkopf, jasogar ganze Sätze, wie z. B. Wehrenpfen-nig (Wahre den Pfennig!), Schlagintweit,Wasgehtsdichan und andre Scherznamen.

Als diese Namen aufkamen, setzte manselbstverständlich den ihnen gebührendenArtikel davor und nannte einen Mannganz richtig nach seinem Gewerbe z. B.so: Das ist Wilhelm der Schmidt. Auchseinen Sohn nannte man dann auch denSchmidt; er hieß also etwa Ludolf derSchmidt, selbst wenn er ein anderesHandwerk als sein Vater erwählte. DenArtikel vor solchen Namen haben die zuGroßdeutschland gehörigen Holländerund Vlamen noch durchweg bewahrt, undsie sagen also sehr richtig: de Ruyter, deMonk, Devriend (= der Freund). Das ge-schwächte Sprachgefühl hat in den übri-gen Teilen Deutschlands den Artikelschwinden lassen.

Wir kommen zu der 4. undletztenAbteilung der Familiennamen.Sie schließt sich bis zu einem gewissenGrade an die erste an. Viele Familienna-men sind auf solche Beinamen zu-rückzuführen, welche den Be-sitz oder nur die Heimat oderdie Herkunft von irgendeinemOrte bezeichnen; man kann siekurzOrtsnamen nennen. Es gibt nunin unserer Sprache 3 Weisen, den Besitzoder die Herkunft auszudrücken, nämlichdurch abgeleitete, ursprünglich adjektivi-sche Bildungen, durch die Zusammenset-zung mit mann und durch Präpositionen.

Die erste Art, die Herkunfteines Zugewanderten durch-isch und -er zu bezeichnen, istin Oberdeutschland weit verbreitet, wäh-rend man sie bei den Niederdeutschen sel-tener findet. Hierher gehören Namen wieBrugsch (der von Brügge), Clebsch (dervon Cleve), Gentsch, Gentz, Genz (dervon Gent), Lüpsch, Lüps (der von Lüben,Lübeck).*) Köllner, Mentzer (der vonMainz), Schlesinger (der von Schle-

*) Nach Forstemann ist der Sprachstamm: Liba, Lib, Lip = Leben, Körper. Bei Tongern wurdeeine römische Tafel gefunden, auf der ein Libo genannt wird. Die weibliche Form ist Lipsind, kommtim Jahr 828 in Aachener Akten vor.