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standen. In der Regel setzte einer zurUnterscheidung von andern hinter seinenEigennamen noch einen zweiten Eigenna-men, gewöhnlich wohl den des Vaters,und zwar im Nominativ. Vgl. die Fami-liennamen Hermann, Dietrich, Eberhard,Mauritz. Zuweilen auch wurde an desVaters Namen die Silbe ing oderu n g im oberdeutschen Sprachgebiete an-gehängt. (In Niederdeutschland ke.)Diese Silbe bezeichnet dem-nach die Abstammung oderVerwandtschaft. Zu dieser Gruppegehört der ursprüngliche Beiname, spätereFamilienname Göring. Die Stammsilbe desNamens ist Ger (alta.: Geir, ags.: Gar),d. i. Speer. Noch heute ist die Bezeich-nung „Ger“ für eine Wurflanze bei denTurnern üblich. Der Ger war außer demSchwerte die Nationalwaffe der Deut-schen; die Krieger pflegten z. B. auf derSpitze des Speeres Geschenke entgegen-zunehmen oder zu geben. So heißt es z.B. im Hildebrantsliede: gern scal mangepa intfähan. (Mit dem Ger soll maneine Gabe empfangen.) Aus diesem schö-nen Stammwort sind viele Eigennamenabzuleiten, z. B. Garibalt, Gerbert, Ger-hart, German, Germar, Gerolt (aus Ger-walt). Aus einem von diesen oder ausmehreren oder allen entstand durch Kür-zung die Koseform Gero, Kero, aus die-ser wieder durch die Ableitungssilben ingoder ung die Formen Gering oder Ge-rung. Diese beiden sind die Grundfor-men des Beinamens und späteren Fami-liennamens. Aus ihnen sind durch die ver-schiedene mundartliche Aussprache unddurch die bis in dieses Jahrhundert rei-chende völlig willkürliche und regelloseSchreibung viele Formen hervorgegan-gen, wie Gehring, Gerinc, Gerinck, Ge-ringk, Gehrinck, Gerinnck, Gheringh, Ge-
*) Große Veränderung erlitt nach Preuß LKoring in Hakedahl, welcher in den SchutzregisternCordingh, 1467 Henke Gerdinck, 1507 Henne Ger
runk, Giering, Gierunk, Geiring, Gerring,Guering, Göring, Göhring, Göhrink, Göh-rung, Görunck, Jering, Jehring, Jhering,Köring usw. Es wären ja viele hundertFormen möglich. Bei Untersuchungenund Nachforschungen bilden sie darumnicht das geringste Hindernis; denn ofthaben sogar Sohn und Vater oder Ge-schwister ihren Familiennamen auf ver-schiedene Weise geschrieben*). (Wie diesauch aus den folgenden Belägen hervor-geht. P. G.) Erst der Wert, den man indiesem Jahrhundert aus Gründen dergenauen Beurkundung des Personen-standes wegen Erbschaften und dergl. aufdie Schreibung der Namen legt, hat dieFormen der Namen erstarren lassen, mit-unter freilich ganz greuliche Schreibfor-men! — Anderseits ist aber stets zu be-achten, daß der Beinamen Gering mit allseinen Spielarten von solchen Eigenna-men herrührt, die den sehr bevorzugtenWortstamm Ger enthalten. Daraus gehthervor, daß ziemlich viele Beinamen Ge-ring oder Gerung gleichzeitig oder dochunabhängig voneinander entstehen muß-ten, also nicht auf Verwandtschaft ihrerersten Inhaber hinweisen. Die Heimat allerdieser ersten Geringe und Gerunge ist na-türlich im oberdeutschen Sprachgebietezu suchen (Mittel- und Süddeutschland),das beweist die Silbe ing (ung).
Eine Nebenart dieser Beinamen (Fa-miliennamen) ist die, daß einer an denEigennamen seines Vaters (oft im Ge-nitiv) die Silbe sun, son, sohn, durch Ab-schwächung auch sen anhängte. DieseArt ist mehr bei den Nordgermanen (Nor-wegern, Schweden, Dänen, Schleswig-Holsteinern, Mecklenburgern) üblich. Ver-gleiche die heutigen Familiennamen Peter-sen, Klassen, Johannssen, Marxen, Die-derichsen, Willemssen u. a. (Die Stamm-tische Familiennamen S. 34, 35 u. 36 der Nameie folgt geschrieben wurde: 1380 Cord, 1460 Henne:s, jetzt Gehring in Hackedahl.