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1 (1911) Vorarbeit zu einer Geschichte unserer Sippe : Als Ms. gedr. [Hauptw.].
Entstehung
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deutschen Erbfehlers der Ausländerei,der Verachtung dessen, was der Heimatentstammt, und der Überschätzung derDinge, welche das Ausland bot und bietet,mögen sie an sich auch schön und ge-schmackvoll sein. Man denke hier an diebezeichnende Redensart:Ach, das istnicht weit her! Glücklicherweise lebennoch viele seltenere altgermanische Ei-gennamen in heutigen Vornamen undmehr noch in Familiennamen fort, wennauch meist nur für das Auge des Gelehr-ten sichtbar. Wer z. B. den Familienna-men Kummer hört oder liest, wird dar-über staunen, daß er ursprünglich Kuni-bert lautet und bedeutet, daß jemandvonglänzendem Geschlechte ist.

Was nun die Entstehung derFamiliennamen betrifft, so herrschtauch darüber unter den Kundigen keineeinheitliche Ansicht. Wäre jeder Deutschebei der guten alten deutschen Gewohn-heit geblieben, allein mit seiner Sippemöglichst getrennt von Nachbarn zu woh-nen, oder wäre das wenigstens nach dergeschichtlichen Entwickelung möglich ge-wesen, oder hätte jeder seinen eigenenNamen gehabt, so wäre auch kein Anlaßzur Entstehung der Familiennamen er-sichtlich gewesen. Allein die bereits er-wähnte Verkleinerung des Schatzes derauszuwählenden Namen und die ge-schichtliche Notwendigkeit für die Deut-schen, gedrängter zu wohnen, war dieVeranlassung zur Entstehung der Fami-liennamen. Daher gehört dieser Vorgangungefähr in dieselbe Zeit, in der die wich-tigsten Städte- (eigentlich zunächst nurBurgen-) gründungen (natürlich abge-sehen von den alten Römerstädten imRhein- und Donaugebiete) in Deutsch-land erfolgten, also etwa in die Zeitvon 10501250, ohne jedoch schon mitdem letzten Jahre abgeschlossen zusein; denn es kommen doch sogar heute

neue Familiennamen auf oder die Ände-rung solcher Namen häufig genug vor.Allgemeinen Eingang fanden die Fami-liennamen erst seit der Reformation (16.Jh.) Wohl alle ersten Familien-namensind aufBeinamen (Z u-namen,Nachnamen) zurück-zuführen. Am frühesten läßt sich die-ser Vorgang bei dem Dienstadel nachwei-sen, der sich nach seinem Sitze benannte;der häufiger werdende Dienst im kaiser-lichen Heere mag das wohl bewirkt ha-ben. Demnächst erst tauchen die Zuna-men bei den Hochfreien oder dem hohenAdel und bei den Altbürgern der Städteauf. Der Vorgang ist also etwa folgender:Auf einer Burg oder im Heerbanne desKaisers, in einer Stadt oder einem Dorfelebten zwei oder mehrere Männer desgleichen Eigennamens. Man wollte sie un-terscheiden. Da wählte der eine oder an-dere von ihnen sich selbst einen Beina-men als Unterscheidungszeichen; natür-lich wurde auch dem einen oder andernein solcher Zuname von seiner Umge-bung beigelegt. Dieser Beiname wurdedann in der Folge gewöhnlich zum Ge-schlechtsnamen (Familiennamen).

Die Art der Beinamen war na-türlich auch wieder sehr mannigfaltig.Das Nächstliegende war, daß ein Rit-ter, der einen Sitz sein Eigen nannte,danach seinen Beinamen wählte. So ent-standen Namen wie von Hansstein, vonSchroffenstein, von Hardenberg, vonHohenstaufen, von Hohenzollern u. a.Oder aber der Ritter wählte seinen Bei-namen nach dem Abzeichen, das erim Wappen (= Waffen, d. i. der Schildzur Abwehr) trug. So erklärt man Na-men wie von Adler, von Bär, von Falke,von Schwanenflügel u. s. w.

Eine 2. Hauptart der Beina-men (Familiennamen) ist ausmännlichen Eigennamen ent-