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Jagd ^
hcnden Franzosen unter Bonapartc erstürmt, worauf sie der Schauplatz des über die türk.Gefangenen verhängten Blutbades war. Im I. > 832 bemächtigte sich ihrer Mehcmed Ali, >doch wurde sie ihm 1840 von den Türken mit engl, und östr. Hülfe wieder abgcnommeu.
Jagd oder Waidwerk nennt man die Kunst, nützliches Wild in gehöriger Mengeund angemessenem Zustande zu erhalten, schädliches zu vermindern oder nach Umständenganz auszurottcn, und beides auf die zweckmäßigste Art zu benutzen. Die Jagd zerfälltdemnach in zwei Hauptabtheilungen; die erste beschäftigt sich mit der Naturgeschichte desWildes, der Wildzucht und dem Wildschutz, die zweite enthält die Lehren von der Habhaft.Werbung des Wildes durch Tödtung oder Fang und der Wildbenutzung. Die Naturge-schichte des Wildes, wie der Jäger sie gegenwärtig kennen muß, besteht nicht nur in derWissenschaft von dem Bau der inncrn und äußern Theile und dcrEintheilung und Benen-nung desselben, seinem Aufenthalt, seiner Nahrung und Fortpflanzung, sondern vorzüglichauch in der Kenntniß der Eigenthümlichkeiten in seinem Leben und Benehmen, seinen Ge-schlechts- und Altersverschicdenheiten und seinen Spuren oder Fährten. Die Lehre vonder Wildzucht beruht auf der Kenntniß von den Verhältnissen, die jeder Wildart zuträglichoder nachtheilig sind, von dem einer jeden Wildgattung zuträglichsten Boden und Orte,von dem gehörigen Vcrhälkniß in der Menge einer Wildgattung zur andern, und des männ-lichen und werblichen Wildes derselben Gattung gegeneinander, und den Regeln, wie manneue Wildstände im Freien oder in Thicrgärten anlegen oder gesunkenen wieder aufhelfenkönne. Der Wildschutz endlich besteht einerseits in der möglichsten Vertilgung alles Raub-zeuges, der Wölfe, Füchse, wilden und verwilderten Katzen, der Marder, Iltisse, Wieselund Raubvögel, andererseits in strenger Aufrechthaltung der Gesetze gegen Wilddieberei, zu ^vieles und unzeitiges Jagen, Verletzungen der Schonzeit und Beunruhigungen der Wälder.
Die Jagd selbst theilt man in Hinsicht der zu jagenden Thiere in Hohe - und Nieder-,oder auch in Hohe-, Mittel- und Niederjagd. Zur hohen Jagd gehören im nördlichenDeutschland Roth-, Dam-, Reh- und Schwarzwild, Bären, Wölfe und Lüchse, Auer- ,und Birkwildprct, Fasanen, Trappen, Kraniche und Schwäne. Alles Übrige rechnet man lzur nieder» Jagd; wo aber eine Mittelja g d ist, da rechnet man zu dieser das Reh- ,und Schwarzwild, das Birk - und Hasclwildpret und den großen Brachvogel. Das Raub- ^zeug, mag es zur hohen oder nieder» Jagd gehören, kann nach neuern Bestimmungen inmehren Staaten von jedem Jagdberechtigten geschossen werden. Die Jagd auf hohes sowolals niederes Wild wird auf sehr verschiedene Art betrieben. Die älteste Weise besteht dariipdaß man dem Wilde unbemerkt näher zu kommen sucht und es dann durch einen Schußerlegt, was man bei Hochwild Pürschgang, bei Niederwild Suche zu nennen pflegtSowol bei dieser, wie bei jenem ist ein gut abgerichteter Hund nöthig, um das Wild auf-zuspürcn, zu stellen, das angeschossene zu verfolgen und das erlegte zu apportiren. Eine ,zweite Jagdart ist der Anstand (s. d.). Auch pflegt man manche Arten von Wild durchNachahmung ihres Locktones, z. B. den Nehbock durch das sogenannte Blatten, undWölfe und Füchse durch den Ton eines geängsteten Hasen anzulockcn und dann zu schießen.Fast ebenso allgemein und anwendbar ist das Treib jagen, wo eine bestimmte Anzahlvon Treibern das zwischen der Treiblinie und den Schützen befindliche Wild auf letzterezutrcibt. Auch bei diesen Jagdarten werden, wenn der Gegenstand derselben in Hochwildbesteht, Schweißhunde, geht die Jagd aber auf Niederwild, Hühnerhunde erfodert. Ebenst iläßt man durch Braken oder Wildbodenhunde in Gegenden, wo das Wild nicht sehr zahl-reich ist, dasselbe aufsuchen und sich zutreiben. Endlich gibt es noch mancherlei Jagden, derwelchen das Wild, gewöhnlich Hochwild, mit Netzen, Lappen oder Tüchern umstellt undin dem eingestellten Bezirke erlegt wird. Außer diesen und ähnlichen Jagdarten, bei denender Mensch die Hauptrolle spielt, gibt es auch viele, bei denen Hunde mehr thun als Men-schen. Hierher gehört vor allen die Parforcejagd, bei welcher ein Hirsch, fast immerein starker Nothhirsch, von einer Meute, d. h. einer großen Anzahl sogenannter Parforce-hunde, so lange verfolgt wird, bis er aus Wuth oder aus Müdigkeit sich stellt und dann durcheine Kugel auf den Kopf, oder einen Stich hinter dem Blatte ins Herz getödtet wird. Dabei der Parforcejad von der Wildbenutzung abgesehen werden muß, die Meute sehr kostbarzu unterhalten und ein eigens mit gebahnten Wegen versehenes Revier dazu erfoderlich G