386 Hysterologie Janina
Hysterologie oder Hysteron P roteron (griech.) heißt eine grammatische Figur,nach welcher man die natürliche Ordnung des auözudrückcnden Begriffs oder Gedankensverkehrt und das Lehte zum Ersten macht, was namentlich dann mit Recht geschieht, wennDas, was dem Andern der Zeit nach vorausgeht oder dasselbe bedingt, als das Nachdrück-lichere der Steigerung wegen »achgestellt wird. Bisweilen ist diese Figur auch mir einescheinbare, z. B. bei Virgil: „Laßt uns sterben und zu den Waffe»stürzen", wo die erstemWorte den Sinn enthalten „Laßt uns den Entschluß fassen, zu sterben u. s. w." ^
Hysteroplasmen nennt man künstliche Nachbildungen von den Theilen des weib-lichen Körpers, deren Kenntniß im regelmäßigen wie im unregelmäßigen Zustande dem Ge-burtshelfer bei der Ausübung seines Berufs am nöthigsten ist. Zuerst von Osiander inGöttingen angegeben, sind sie besonders von Elias von Siebold bedeutend verbessert wer-den und finden sich in den meisten Entbindungsschulen zum Gebrauche für Untersuchungen >und geburtshülsliche Operationen vor.
^Hambltchlts, ein neuplatonischer Philosoph, aus Chalcis in Cölesyrien, lebte im4. Jahrh. n. Ehr. und war ein Schüler des Porphyrius. Durch ihn artete die neuplakv-nische Philosophie in Dämonologie und Theurgie (s. d.) aus, weshalb er auch bei seine»Schülern den Ruf eines Geisterbcschwörers und Wunderthäters erhielt. An dem KaiserJulian fand er, als Vertheidiger des alten Götterglaubens, einen begeisterten Verehrer,was dazu beitragen mochte, ihm den Beinamen des Göttlichen zu geben. Von seinen vie-len Schriften sind nächst einigen mathematischen noch übrig ein Bruchstück des Lebens besPythagoras, über den er manches Seltsame und Fabelhafte berichtet, und eine Ermah-nung zur Philosophie, beide von Kießling (Lpz. >813 und 1815) herausgegebcn. Auchwird ihm eine Schrift über die ägypt. Mysterien, herausgegeben von Eale (Oxf. >6^,Fol.) beigelegt, deren Echtheit aber verdächtig ist.
Jambus (griech.) heißt in der Metrik theils ein aus einer kurzen und langen Sylbe—) bestehender Versfuß, theils überhaupt ein aus mehren solchen Füßen zusammenge-setzter Vers, auch deriambische genannt, für dessen Erfinder man gewöhnlich den griech. >Dichter Archilochus (s.d.) hält, der ihn schon völlig ausgcbildct in seinenSchmähgedich- iten angewendet hat. Sowie es mehrfache Auflösungen des Jambus selbst in einen Tri-brachys, Daktylus, Anapäst und Spondcus gibt, so sind auch die Arten dieses Verses jenach der Länge oder Kürze sehr verschieden, obgleich bei den Alten der aus sechs Füßen be- ^stehende jambische Trimeter als selbständiger Vers der bekannteste ist. Als Hauptregelgilt auch hier, daß Wort- und Versfüße nicht zu oft ineinandcrfallen.
Janina oder I oanina, die Hauptstadt des gleichnamigen Sandschakats im Eja-let Numili der türk. Provinz Niederalbanien, bekannt insbesondere durch den berüchtig- !ten Ali Pascha von Janina (s.d.), liegt am See gleiches Namens (dem See Acherusia !der Alten) und wird von mehren festen Schlössern beschützt, wovon eines auf einer Insel sim See sich befindet. Sie ist der Sitz eines Paschas und zählt gegen 4000« E., meistGriechen, die unter einem Erzbischof stehen und noch immer einen ziemlich ansehnlichenHandel, wenn auch nicht so bedeutend wie früher, treiben. Unter den Fabriken sind nament-lich die in Saffian zu erwähnen. Auch gibt es daselbst mehre Buchhändler, die Bücher aberwerden im Auslande gedruckt. Sie zählt I ü Moscheen, acht griech. Kirchen und hat zwei >ehemals berühmte höhere griech. Schulen mit Bibliotheken. I. kommt zuerst im 9. Jahrh. lals dem byzant. Reiche unterworfen vor; seit dem 11. Jahrh. war es abwechselnd in den >Händen der Normannen, der Byzantiner, der Catalanen und der Triballer oder Serbier.wurde dann von eigenen Despoten regiert, die bald von Konstantinopel, bald von den Gra-fen von Kephalonia abhingen, und unterwarf sich 1431 den Türken. Im vorigen und imAnfänge dieses Jahrhunderts war I. ein Hauptsitz neugriech. Geistesbildung. Bei dem