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Jacobs
erwarb er sich in Verbindung mit dem Professor Neumann durch die Bildung eines mache-matisch-physikalischen Seminars, welches zu einem königlichen Institut erhoben worden istJacobs (Christian Friedrich Will).), einer der geschmackvollsten Alterthumsken-ner und vorzüglichsten Humanisten der neuesten Zeit, ebenso ausgezeichnet als erzählenderSchriftsteller und Übersetzer, stammt aus einer alten Holstein. Familie, die später sich nachThüringen wendete, und wurde zu Gotha, wo sein Vater als Sachwalter lebte, am «i.Oct.
I 76 l geboren. Von dem Gymnasium seiner Vaterstadt, dem er > 777 übergeben wurde,kam er 1781 ans die Universität zu Jena, wo er in der Philologie Schütz, in der TheologieGriesbach hörte und mit Manch und Huschke ein enges Freundschaftsbündniß knüpfte.Nach Verlauf von zwei Jahren kehrte er in dao väterliche Hans rurück, nach seinem eige-nen Geständniß „reicher an Erfahrung als an Wissenschaft", beschäftigte sich dort dieWintermonate hindurch mit der Leccure der griech. Classiker und begab sich im Mai I78t,durch Heyne's Ruf veranlaßt, nach Göttingen, wo er sehr bald in das philologische Semi-nar ausgenommen wurde und seine weitern Studien eine entschiedene Richtung nahmen.Schon ein Jahr darauf erhielt er eine Lchrerstelle an dem Gnnmasium zu Gotha, wo ernun neben andern literarischen Arbeiten den Plan ;u einer neuen Bearbeitung der griech.Anthologie, den er später so herrlick ausführte, ernstlich vorbereitete. Wiederholte Rufean auswärtige Schulen und Universitäten, die er ablchnte, gaben die Veranlassung, daß er1862 zugleich eine Anstellung bei der öffentlichen Bibliothek erhielt. In dieser doppelte»Beschäftigung, an der Schule und Bibliothek, lebte I. äußerst glücklich, bis er >867 demRufe nach München als Lehrer der alten Literatur gm Lvccuni und Mitglied der neu or-ganisirten Akademie der Wissenschaften folgte. Mit diesem Schritte begann für ihn einetrübe und unruhige Zukunft; denn schon ein Jahr darauf wigte sich dort Mietrauen nndGehässigkeit gegen die Ausländer und die politiscken Kämpfe, welche damals Baiern be-wegten, riefen auch in dem Kreise von wissenschaftlick gebildeten Männern gegenseitigeVerdächtigungen und Anfeindungen hervor. Aus dem Sturme dieser leidenschaftliche»Befehdungen rettete I. den Namen eines Biedermanns. Von Freund und Feind gleichgeachtet, verließ er gegen Ende des I. 1819 München, um, nachdem er mehre andere vortheil-hafte Anerbietungen aus fernen Ländern ausgeschlagen hatte, in seiner Geburtsstadt Gothadie Stelle als Oberbibliothekar und Direktor des Münzeabinets zu übernehmen. Hier wirkteer nun eine lange Reihe von Jahren, selbst noch als Jubelgreis, mit rastloser Lhätigkcit,gefällig und wohlwollend gegen Alle, die sich ihm nabten; hier wirkt er noch gegenwärtig,nachdem man seinem hohen Alter die verdiente Ruhe und Erquickung nach langer Arbeitgegönnt, durch Rath, Erfahrung und Beistand, noch immer begeistert für die Wissenschaft,in der er längst die Meisterschaft errungen. Wie als Mensch, Familienoberhaupt undBeamter, ebenso gibt I. namentlich auch als Gelehrter ein musterhaftes Bild der Nachah-mung, da er der Älterthumswissrnschast, deren verschiedenste Zweige er mit Glück bearbei-tete und förderte, stets nur die edelste Seite abzugewinnen und sie so in der gebildeten Wellals Gemeingut cinzuführen gewußt hat, während er auf der andern Seite bei der gewalti-gen Währung in dieser Wissenschaft, welche in die Zeit seiner vollen Thätigkcit fiel, von jederParteiung und niedriger Streitsucht fern geblieben ist. Die außerordentliche Productiritätseines Geistes zeigt sich in einer langen Reihe von Sckriften des mannichfaltigsten Inhalts,in denen ohne Ausnahme Correctheit und Eleganz des Stils, Gründlichkeit und Gesckmackwetteifern. Unter den literarischen Erzeugnissen, die zunächst auf Kritik und Erklärung dcrAlten sich beziehen, nennen wir die „,4niin->liver?im,es in L„rij,i<iem" (Gotha I7!ü>);„Lmenclationes in ^ntkoloKisin grsec." (Lp;. >7!>!i); „bunenclatwnes criticue in scri-1 >t»res vsteres" (2 Bdk., Lpz. >766 — 67); „.^«Iclitamenln .-iniiiiaiiversionum i» ^tbe-naeum" (Jena >869); „Ii,ectl»no« 8tc>1x>„«^" (Jena 1827); unter den Ausgaben dieder „^nletminericn" des Tzetzes (Lpz. >796), des Bion und Moschus (Gotha 1795),der „^ntboloAia graeca" (13 Bde., Lpz. 1794—>814), die er nachher aus der einzigenHandschrift, die sich erhalten hat, unter dem Titel „^ntlioloKia Ai-aec» a«I tickem cnckcisVaticani eckla" (4 Bde., Lpz. 1813— 17) verbessert herausgab; ferner des „Achilles Ta-tius" (2 Bde., Lpz. 1821), die mit Welcker zugleich veranstaltete Bearbeitung von „Limjostrstorum imagine» etOallistrati statuao" (Lpz. 1825), den „veiectus epißr-umilstum