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Jacob! (Friedr. Hcinr.)
Franko von Borsele. Kaum hatte der Herzog Philipp davon Kunde erhalten, so ließ erauch Franko von Borsele gefangen nehmen. Diesem das Leben ru retten, mußte nun I.1433 ihrem habsüchtigen Vetter ihre Lander abtreren, welche von nun an mit dem bur-gund. Gebiete vereinigt wurden. Aus Gram über so viel Mißgeschick starb I. im 1.1tZs.Wenn auch oft leichtsinnig, erscheint sie doch immer als ein edles, bcdauernswerthes Weib.
Jacob! (Kriedr. Hcinr.), einer der geistreichsten Pbilosophen, gcb. zu Düsseldorf am23. Jan. 1743, wurde von seinem Vater, der ein wohlhabender Kaufmann war, ebenfallsfür den Kaufmannsstand bestimmt. Frühzeitig zeigte sich jedoch bei ihm ein inniges religiöscs Bedürfnifi, das ihm, als er im I 6. Jahre als Lebrling nach Frankfurt kam, manchenSpott zuzog. In Genf, wohin er bald nachher ging und sich drei Jahre aufhielt, gewanner durch Umgang, Unterricht und Lecture der bessern Erzeugnisse der franz. Literatur einesolche Liebe zu wissenschaftlicher Beschäftigung, daß er nur mit schwerem Herren in seineVaterstadt zurückkchrte, um des Vaters Handlung zu übernehmen. Ein günstiges Geschickwählte ihm durch seines Vaters Hand eine mit allem Reichthum des Geistes und Körper?geschmückte Gattin, Betty von Clcrmont, aus Vaels bei Aachen. Nachdem er mehre Jabredas Handelsgeschäft getrieben, ohne der Beschäftigung mit der Literatur untreu zu werden,und mit vielen ausgezeichneten Personen seiner Zeit in Berührung gekommen war, wurdeer durch Vermittelung des Grafen von Goltstein zum Mitgliede der Hvfkammcr ernannt,sodaß er sich nun des Handelsgeschäfts entledigt sah. Durch seinen älter« Bruder wurdeer mit Wieland bekannt; noch mehr aber wirkte Goethe auf ihn ein. Ungeachtet er 177«,in den Besitz des ansehnlichen Vermögens seiner Frau gelangte, gab er doch sein Amt nicktauf; vielmehr folgte er 1779 einem Rufe nach München, wo er Geh. Rath wurde. Zwarsiel er hier dadurch, daß er die Schädlichkeit des bair. Mauthweseus offen darlegte, bald inUngnade; doch blieb deshalb sein Wirkungskreis unverändert. Erst als schwere Krankheitund der Tod seiner geliebten Gattin sein Glück unterbrachen, widmete er sich mehr der wis-senschaftlichen Betrachtung. In Folge der immer weiter in Deutschland sich verbreitende»Bewegungen der franz. Revolution ging er 17!»1 nach Holstein und hielt sich dann bald inWandsbeck und Hamburg, bald in Eutin auf, bis er 1864 einen Ruf an die neu zu bildendeAkademie der Wissenschaften in München erhielt, zu dessen Annahme er um so mehr ge-nöthigt war, da die Unternehmungen eines Schwagers ihm einen beträchtlichen Theil sei-nes Vermögens gekostet hatten. Im I. 1807 wurde er Präsident der Akademie, legte aberdiese Stelle 1813 mit Beibehaltung seines Gehalts nieder und starb am I". März >8>"Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: „Woldemar" (2 Bde., Flensb. 17!>S; Ausg.letzter Hand, Lpz. 1826); „Eduard Alwill's Briefsammlung" (Bresl. 1781; Ausg. letz-ter Hand, Lpz. > 826); „Über die Lehre des Spinoza, in Briefen an Mendelssohn" (BreSl.178 »; neue Aust. 178!»), „Dav. Hume über den Glauben, oder Idealismus und Realis-mus" (Bresl. 1787) und das „Sendschreiben an Fichte" (Hamb. 17!»!»). Als Dicktetzeichnete sich I. aus durch kräftige Darstellung, treffliche Schilderung der Natur und de?menschlichen Herzens, einen lebendigen, geistreichen, kühnen und doch sichern Ausdruck;als Philosoph durch Wärme des religiösen Gefühls, verbunden mit der Eigenthümlichkcilund Schönheit der Darstellung. Gleichwol gibt cs nicht leicht einen Schriftsteller, übciwelchen gleich verschiedenartig geurthcilk worden wäre. Der Grund davon liegt in derPersönlichkeit J.'s, ohne deren Kenntniß in der That fast alle seine Schriften unverständ-lich sind. Große Verdienste erwarb er sich um die Philosophie durch seine Polemik, woriner die Lücken, die Willkür und die in seinen Augen verderblichen Folgen der herrschendenDenkart des Zeitalters mit kritischem Geist und mit großer Beredtsamkeit aufdcckte. Alleinzu einer fcstbegründeten und durchgeführten philosophische» Weltansicht fehlte es ihmstrenger Konsequenz, Methode und vor Allem an eigentlich productivem Scharfsinn. Wiedem äußern Sinne die Außenwelt, so offenbare sich uns das.Göttliche, behauptete er, durchden Glauben, oder, wie er später sich ausdrücktc, durch die Vernunft. Diese Offenbarungsei ein unmittelbares Bewußtsein; alles Wissen (des Verstandes) nur ein Wissen aus derzweiten Hand. Diese Offenbarung oder Vernunftanschauung soll sogar von einem persön-lichen Schöpfergotte sprechen. Allein diese Idee ist ohne Zweifel erst durch Entwickelungdes Denkens zu gewinnen, gegen welche Entwickelung, wenigstens als wissenschaftliche,
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