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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Italienische Sprache und Literatur ,

mittelt durch das Wort, für dessen unverfälschte Erhaltung die Kirche zu sorgen hat, damitnicht Sprach- und Begriffsverwirrung einrciße. Nosmini ist, ohne es zu wollen, eineStütze derje»igenPartci,dicGrafBalbo in seinemjungwclfischen" ManifestI.e sper-mr»il'l'iuün" vertritt, gegen die, wie er sie nennt,jungghibellinische", d. h. östreichischc. Bälde,dessen Schrift an den ital. Höfen, denen Ostreichs Allmacht in Italien zuwider ist, gar nichtmisste!, will Italien selbständig wissen, Ostreich möge dafür die Türkei nehmen, Prcußmmit Polen zu einem Staate verbunden werden. Man will sich mit diesen Wünschen undPlanen auf das Papstthum stützen und Nosminüs Gedanke von der Herrschaft der Leuteohne Vaterland und Familie, der hiermit übereinzukommen scheint, hat in der Thal dieöstr. Negierung aufmerksam gemacht. Der Gegensatz zu diesen religiös-philosophischen undphilosophisch-religiösen Bestrebungen bildet die Richtung und Schule des Geschichtschrei-bers Gius. Gugl. Botta (s. d.). Diese will von einem absoluten Geist, der sich in der Ge-schichte offenbart, einer die Erscheinungen beherrschenden Vorsehung nichts wissen; sie hofftnichts, träumt nicht von einer großen Zukunft, betrachtet mit Trauer und Wehmuth daSElend der Menschen und mit spöttischem Lächeln ihre utopischen Träume. Dieser Richtungreihete sich seit etwa >820 der Philolog und Dichter GrafLco pardi (s. d.) an, der nnibei den Alten einen unbefangenen Blick für die Natur und gesundes Leben zu erkennenmeint; Alles, was die Vorstellungen der Menschen erfüllt, reizt und entzückt, Ruhm,Glück nnd Tugend, Vorsehung und Jenseits sind in seinen Augen Schein und Täuschung.Die Zahl der Männer von Botta's und Leopardi's Ansicht ist in Italien gering, obwolLcopardi's Gedichte durch die tiefe Melancholie, welche in ihnen herrscht, durch ihre patrio-tische Färbung und die Schönheit der Sprache außerordentlichen Beifall gefunden haben,besonders in den Kreisen jüngerer Italiener, deren Stimmführer die^tnlogia «liki-rsm-e" (1820 begonnen, 1833 durch großherzogl. Dccret unterdrückt) zu ihrem Organe ^gemacht hatten. Die Masse des nieder« Volkes ist in den Händen der Mönche und Jesui-ten. Unter den gebildeten Stände» breitet sich der sogenannte consiitutionelle Sinn immer 'rascher und allgemeiner aus; im Hähern Bürgerstande die Mehrzahl, ein großer Thcil der ^adeligen Jugend, selbst viele Beamte, die besten Talente sind von den liberalen Ideen er-griffen. Geschrieben wird zuGunsten derselben von Flüchtlingen im Auslande. Die Werke,welche in Italien erscheinen, sind, abgesehen von den schon erwähnten Elasten der religiö-sen, philosophischen und poetischen Literatur, und von den Übersetzungen, fast durchausnichts weiter als Ansammlungen von Beobachtungen, Notizen, Materialien, theils natur-geschichtlichen, theils historischen und antiquarischen Inhalts. Man beschreibt Pflanzen,Thierc, Mineralien, Alkerthümer, Bauwerke, Münzen, beschriebene Denksteine, Basen,und Vasenmalereien, Gräber, antike Geräthschaften, Handschriften, Institute, Museen,Städte, Länder u. s.w., erklärt, oft abenteuerlich genug, mythologische Schildcrcien, etrus-kische Schriftzüge und Hieroglyphen, gibt Schriften des röm.Alrerthums oder des-Jahrh.und anderer Zeiten aus Handschriften heraus, schreibt Commentare darüber und machthistorische Actcnstücke in prachtvollen Sammlungen durch den Druck bekannt. Die Aus-stattung der antiquarischen und naturhistorischen Werke ist häufig sehr glänzend; die Ar-beitsamkeit der Gelehrten, unter denen auch wieder viele der obengenannten Dichter, wieFoscolo, Leopard!, Cesare Cantu nnd Niccolini zu nennen sind, ist aller Anerkennung, unddie Ausbeute an geschichtlichem Stoff des besten Dankes werth. Allerdings ist den Schrift- -stellern Italiens daß literarische Leben außerordentlich sauer gemacht; die Censur drückt.schwer, alle die vielen kleinen Staaten sperren sich gegeneinander ab, ausländische Büchermüssen meist eingeschmuggelt werden, in Neapel sind sie sogar mit einer hohen Abgabe be-legt, das literarische Eigenthum ist nicht geschützt, der Buchhandel auf alle Weise gelähmt,der Schriftsteller hat von seinen Arbeiten selten Ruhm und, Übersetzungen etwa abgerech-net, fast nie Gewinn, sondern im Gcgentheil, da er den Verlag gewöhnlich selbst überneh-men oder doch sich dabei bcthciligen muß, nur Last, Mühe, Unkosten und Sorge. DieseVerhältnisse muß man nicht übersehen, wenn man den Zustand der ital. Literatur mit demanderer Länder rn Vergleichung stellen will. Jedenfalls ist nicht zu verkennen, daß die Jta- iliencr sich aus der Erschlaffung, der sie im l 8. Jahrh. mit dem übrigen Europa verfallenwaren, ebenso wie die andern Nationen zu erheben suchen; sie haben das revolutionrirc und

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