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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Italienische Sprache und Literatur

Französischen übersetzen, aber nur Wenige, die sich an die deutsche Sprache wagen. In-dessen kommt doch in Mailand eineLibliotsca sceltu" von Übersetzungen aus dem Deut-schen heraus, wovon bereits mehr als 20 Bändchen erschienen lind; die Auswahl ist frei-lich seltsam genug. Gedichte von Matthifson, Bürger u.A. hat Bellati übersetzt und ge-sammelt herausgegeben, Goethe'sFaust" Scalvini, denTaffo"Raineriübertragen; dieWahlverwandtschaften" sind unter dem komischen TitelI-a scelta äoi parenti" ersckie-nen. Von Schiller sind fast alle Dramen übersetzt, derWallenstein" von Vergani, dieübrigen theils von Ferraris, theils von Maffei, die meisten von beiden. Auch Jffland'sund Kotzcbue's Stücke sind übersetzt, Jffland ist den Italienern zu trocken, nurDie Jä-ger" haben Beifall gefunden; Kotzebue, so entsetzlick verballhornt die Übersetzung seinerStücke ist, findet großen Beifall. Von Lconi's Übersetzung des Shakspeare (l 8 l 921)machte sich bald eine zweite Auflage nöthig, und 1830 wurden zwei Übersetzungen dersämmtlichen Werke Shakspeare's zugleich begonnen, die eine von Bazzoni und Sormani,die andere von Soncini, jedoch, meinte damals dieLibliotsca itsliann", kalt ausgenom-men, weil das Zeitalter schon wieder zu praktisch sei und in den menschlichen Dingen nichtdas Fatum walten, sondern die Vernunft herrschen lassen wollte; um dieselbe Zeit erschie-nenRomeo und Julia" von Eiov. Barbieri undMacbeth" von Niccolini übersetzt. VonByron'sManfred" hat Marc. Mazzoni eine neue Übersetzung 1832 herausgegebcn und1838koeuii äi L^ron". Mit Übersetzungen aus dem Französischen ist Alles über-schwemmt; sie machen einen von den 1842 in Italien erschienenen 3024 Werken in 5807Banden den größern Thcil aus.

In der Philosophie hat lange Zeit Giandomenico Romagnosi (s. d.), geb. 1761,die vorzüglichste Stelle behauptet, der auch in der Politik und Staatsökonomie, sowie be-sonders in Fragen des bürgerlichen und peinlichen Rechts seit dem ersten Jahrzehnd diesesJahrhunderts von Sicilien bis zu den Alpen wie ein Orakel betrachtet wurde; er verdankteseine Bildung noch der Zeit der Encyklopädisten, hatte einen großen Hang, die Natur zubeobachten, und suchte auch das Staatswesen aufNaturgesetze zurückzusühren; seine empi-rische Richtung führte ihn in der Theorie auf ein Abwägen der Kräfte, auf die dem consti-tukionellen Princip sich nähernde Ansicht, daß im Staate Alles von dem Gleichgewicht derGewalten abhänge. Unterdeß sahSüdikalien, wo schon Borelli in seinerGenealogie derGedanken", Bozzelli in seinerAnwendung der Philosophie auf die Moral" der philoso-phischenIdee" mehr Gewicht zu geben versucht hatten, in dem Sicilier PasqualeGal-luppi einen Philosophen sich heranbilden, der die deutschen Philosophen studirtc und denVersuch machte, sich von der bisherigen empirischen Methode ganz loszureißen. Einen ähnli-chen Versuch machte im Norden der Halbinsel der tiroler Priester Rosmini. Er ging vondem Begriffe des Seins aus. Seine Philosophie ist Transscendentalphilosophie; sie verhältsich zu der Romagnosi's wie die Jdentitätsvhilosophie zu der Kant'schen. Nach Nomagnosimuß sich der Geist in einem alle Menschen umfassenden Reiche objectiviren; dieser Gedankenimmt bei ihm die Wendung, daß die Kirche dieses Reich, den allumfassenden Staat darstellensoll; die Männer ohne Vaterland und ohne Familie, die Priester, müssen die Gemeinleitungausführen. Nosmini ist durch und durch reactionair, ideal-katholisch; im 1. 1828 gründeteer den Orden der Christlichen Liebe, der >839 durch eine päpstliche Bulle bestätigt wurdeund dessen Haupt Rosmini noch gegenwärtig ist. Er hat eine Schule gebildet, deren nam-hafteste Jünger Tarditi, Nic.Tommaseo und derMarchese Gust.de Cavours in Turinsind. Cavours hat 1841I'ra^ments plülosoplliques" herausgegeben, in denen er die Ge-schichte der neuern Philosophie (bis auf Kant) behandelt, die Grundzüge derRosmini'schenPhilosophie darstellt und einen Versuch der Ethik und Betrachtungen über Philosophie desEhristenthums im Nosminischen Sinne liefert. Rosmini wurde neuerlich von den Jesuitenin Schriften angegriffen und verketzert; da aber die Gunst des Papstes ihm nicht zu raubenKar, so präconisirten dieJesuiten seitdem den Philosophen Vinc.Gioberti von Turin, einenchemaligen Demagogen, der später als ein entschiedener Vertheidiger des allgemeinenKirchenthums auftrat. Er hat in seiner Philosophie ein ähnliches Verhältniß zu Rosmini,kie neuerlich Schelling zur Hegel'schen Schule. Das Übersinnliche, Transscendentale, wirddurch Anschauung (intuito) begriffen, es ist Offenbarung des übersinnlichen Seins, ver-