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7 (1846) Heim bis Juwelen
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574
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574 Italienische Sprache und Literatur

sich durch die Reinheit seiner Sprache und die Rundung seines Stils bald so großen Ruferworben, daß man jeden Aufsatz von ihm, da er nur wenig schrieb, wie ein Ercignißbegrüßte.

Dagegen schufen sich auch die Romantiker in Mailand, Berchet, Manzoni, Giojrund Erossi ein Organ in demOnciliatore", der aber einer eifersüchtigen Bewachungvon Seiten der östr. Negierung unterlag, allmälig mitimmer größer» Censurlückcnerschienund schon 1820 völlig untc-edrückt wurde. Das Haus des Grafen Perro, in welchem auchSilvio Pellico als Erzieher lebte, war damals der Sammelpunkt der romantischen SchuleMailands und aller Berühmtheiten aus der Fremde, die gelegentlich Italien besuchten:dort sah man A. Wilh. Schlegel, Lord Brougham, Lord Byron, Frau von Stack und vieleAndere. Pellico, Ugo Foscolo's vertrauter Freund, ein Jünger der altern klassischen undpatriotischen Schule, aber schon zur Frömmigkeit und Romantik binneigend, übersehteBg-ron'sManfred", wiedagegenByronPellico'slbrsnoe-cn", und schloß sich der Partei destünncilürtore" immer enger an. Man durfte sich aus politische Gegenstände nicht einlasscn,aber schon das beständige Reden von Italiens Wiedergeburt und von patriotischer Tugendweckte den Argwohn der Negierung; die Mitarbeiter des Journals wurden als Carbonariangesehen, Verhaftungen begannen, die Meisten entflohen, Pellico wurde gefangen gesetzt.In derThat sind in seinen politischen Tragödien nicht immer nur die Schrecken desBürgcr-zwistes den Segnungen des Friedens gegcnübergestcllt, sondern sie athmen auch Haß gegenFremdherrschaft. Das Unglück vollendete Silvio Pellico's christliche Wiedergeburt. TerÜbergang zu ausschließlichcrFrömmigkeit war bei dcnAnhängern dieser Schule nichtschwer;Keuschheit, Wehmuth, Weichheit und Sehnsucht nach dem ewigen Frieden, Gotlesinnig-keit sind die Elemente, die bei allen diesen Romantikern, bei Manzoni, bei Grösst, bei demMaler Masstmo d'Azeglio, Manzoni's Schwiegersöhne, bei Carrer, Gcorgini, Carcano,Biava u. s. w. sich finden. Den Gipfel dieser Gesinnung ersteigt Pellico in dem nach sei-ner Freilassung geschriebenen Buche -nie priAioni", das ganz im Geiste dcmüthiger,verzeihender Liebe abgefaßt ist. Ein Neichthum von geistlichen Oden und Hymnen entstandseitdem; Manzoni, Borghi, Arici, Emiliani, Montinari, Paolo Costa, Mamiani dellaRovera, Muzzarelli, Vittorelli u.A. wetteiferten miteinander in dieser Dichtungsart. Auchdie geistliche Beredtsamkeit nahm einen Aufschwung; am meisten geschätzt sind auf diesemFelde die Fastenpredigten und andere geistliche Reden von Gius. Barbicri (Opere",<1 Bde., Padua >82-1;Ora-rioni czuaresimati", 8 Bde., Mail. >836 fg), der als Dich-ter die Manier Cesarotti's fortsührte. Genug, die fromme Literatur hat eine solche Ausdeh-nung in Italien gewonnen, daß wolein Viertel aller daselbst erscheinenden Bücher aus geistliehen und Erbauungsschrifken zu bestehen Pflegte. Dieandere Fraction der romantische»Schule, die gewaltsam stürmende, derPellico mit seinerÜbersehung desManfred" sehr zuHülfe kam, hob Byron und Foscolo auf den Schild; ihre Helden find kolossal, übermensch-lich in Tugend und Laster; das Dasein ist ihr ein Vernichtungskampf, den der Edle gege»die höllischen Mächte führt und in welchem auch zu unterliegen groß ist. Dieser Richtunggehören Guerazzi aus Livorno (Schlacht vonBenevent") und Anselmo Guarlandi(Be-lagcrung von Florenz", l836) an. Als eine dritte Classe kann man diejenigen Dichter be-trachten, welche die Vorzüge der klassischen und romantischen Schule zu vereinigen suchen;die meiste Beachtung unter diesen verdient Niccolini (s. d.), gegenwärtig der Lieblingdes ital. Publicums. In Sicilien fand die romantische Schule ebenfalls Anhänger und einOrgan zu Messina in. demZuschauer von Zankle"; gegen diese Richtung und für die mo-ralischen Tendenzen kämpfte das daselbst auf Anregung Vinc. Mortillaro's, eines eifrigensicilian. Patrioten, >834 entstandene BlattII IVlanrolica". Mit dem6onciliatore" zu-gleich waren in Mailand >8N> noch zwei andere kritische Journale entstandenU ricogli-rare" undI/accattsdriKde". Letzteres ging bald wieder unter, derIbicogliture", vor-züglich des unermüdlichen, in allen Sätteln gerechten Cesare Cantu Organ, wurde >838mit demIllüiestore" vereinigt und nahm in seiner neuen Gestalt den TitelRivists en-ropes" an. Cesare Cantu bemüht sich seit längerer Zeit, die Italiener mit der deutschenLiteratur bekannt zu machen; doch hält dies schwer, zum Theil wol deshalb, weil, sagt einItaliener selbst, sich die Italiener nicht so leicht in deutschem Geschmack und deutscher Em-pfindungsweise zurechtsinden können, ferner weil es Literaten in Massen gibt, die aus dem