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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Italienische Sprache und Literatur

nach den Planen des Bischofs Ricci (s.d.) von Pistoja unabhängiger vom röm. Stuhle zumachen; in Neapel rüttelte der Marchese Tanucci an den alten Rechten der Barone undsein Nachfolger, Marchese dclla Sambuca, seit I71N, ging in demselben Gleise fort. Nie-mand wollte mehr an den Teufel glauben; der Abt Tartarotti, der sich des Teufels annahm,erntete nur Spott, und kaum war es nöthig, daß Maffei seinelVl-iFia nmiiliilatn" schrieb;Niemand achtete mehr der Heiligkeit der Adclsvorzüge, Gius. Parini verspottete sie inseinem Gedichtülsttino, Alermo^isno etc."; Niemand ließ mehr die unumstößlichen Sa-tzungen der Akademien gelten, Pietro Vcrri brach ihnen dcn Stab in seinen?en->ieri sull»spirito «lslls letterstnra in Itulia". Alles erfüllte der philosophische Geist, wie man esnannte; fast mit denselben Worten, denen wir in Voltairc's Briefen mehrmals chegegnen,sagt Bern: Das Alte kann sich nicht mehr halten, zu sehr hat sich das Licht verbreitet, zugroße Fortschritte macht der philosophische Geist. Männer wie Bern, Graf Carli, Ccsare !Beccaria und Parini in Mailand schienen dcn Akademien nur anzugehören, um deren Gel-tung und Ansehen recht von innen heraus zu stürzen, wurden im Staatsdienst gebraucht undhatten Gelegenheit, ihren Gedanken Verwirklichung und daneben in Schriften die weiteste !Verbreitung zu geben. Melchior« Ccsarotti entzündete die Jugend »it begeisterten Hoff-nungen, Gedanken der Wiedergeburt und einer reichen Zukunft Italiens und der Mensch- !heit. Alfieri (s. d.) brach dem Drama zum ersten Male in Italien eine eigene Bahn;er fühlte cs, daß man immer nur fremden Mustern gefolgt sei, erst den Griechen und> ,mcrn, dann den Franzosen; er wollte frisch ans dem sprudelnden Quell der sich verjüngen-den Zeit, aus der Tiefe des eigenen, nach Freiheit dürstenden, für Tugend brennenden Ge-müthes schöpfen. Freiheit war die Losung Monti' s (s. d.) und Ugo Foscolo 's (s. d.)

Da brach die franz. Revolution aus; mit ihr, glaubte man, breche der Morgen der Frei-heit an, Alles jauchzte den Franzosen entgegen. Die Massen wurden entflammt, die Au- .toritäten gestürzt, Freihcitsbäume und Republiken vtrichtck; der Papst selbst ließ sich vondem allgemeinen Schwindel fortreißen; Pius VI. glaubte den zeitbewegcnden Ideen sich ,beuge» zu müssen, man ließ sich am röm. Hofe des Siciliers Nice. Spedalieri Buch >viritti ilell' uomo", welches die Volkssouvcraiuetät predigte, dediciren und dem Ver-fasser Beförderung angcdcihcn. Der Rausch hatte indcß bald ein Ende.

Unter dem Vicckönig Eugen Beauharnais wurde Mailand abermals das Athen Ita-liens ; Monte, Foscolo, Silvio Pcllico (s. d.) bildeten hier ein glänzendes literarischesTriumvirat. Man hielt den Gedanken einer Wiedergeburt Italiens fest, aber sie sollte ^national sein; der wcltbürgerlichc Traum war verschwunden, und doch konnten sich die pa-triotischen Gedanken auf das politische Feld nicht mehr ohne Gefahr hinauswagen, maurettete seinen Patriotismus in die Verschanzungen der friedfertigen Literatur. Dante warnun die Losung, welche Viccnzo Monti ausgab, Dante das Panier, unter welchem sich dasgeistig junge, neu erwachende Italien sammeln sollte, und die Jugend folgte wirklich demRufe Monti's. Monti wurde der Mann der Zeit und behauptete seine Diktatur bis spatüber seinen Tod hinaus, bis zur franz. Julirevolution. Monti aber war ein Vcrskünstlcr,ein Meister in der Behandlung der Sprache, des Tonfalls und des Wohllauts, ein Wundcr-thätcr in der Anwendung bezaubernder Phrasen; entscheidende Gedanken oder tief ergrei-fende Gefühle, Charaktcrzeichnung oder wahr geschilderte Leidenschaft sucht man bei ihm vcr-gebens; um ein paar Stichworte dreht sich und in gestempelten Formen bewegt sich stink IPoesie und seine Prosa. Er ist nicht nur abhängig in Erfindung und Form von den franz.sogenannten Classikcrn, er hat ganze Stellen von Racine, man möchte sagen, nur übersetzt.Die Italiener haben nie ein eigenes Drama gehabt. Indessen pflegen sie cs übel zu neh-men, wenn man sagt, daß Monti Nachahmer der Franzosen gewesen. Der Glan; stm»Diction, der Schimmer seiner Rhetorik, der Effect, den das Alles auf die Menge machte,gewann ihmBeifall und vorzüglich in der Lyrik Nachtreter genug, unter denen ctwa CesareArici aus Bologna auszuzeichnen ist. Monti, die Brüder Pindem onte (s. d.) und selbst .Ugo Foscolo hielten noch starr an dem Glauben fest, daß nur antike Stoffe sich für das ,Trauerspiel eigneten; Foscolo wich in seinem kiccinrelu" nur ausnahmsweise einmal von

dicscrRegel ab, und Monti kämpfte noch als Greis für den Gebrauch der heidnischen Mytho-logie (Sulla witolvFlL", Mail, ll 825). Die Ideen der franz.Revolution, Menschenwürde,

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