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7 (1846) Heim bis Juwelen
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568
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568 Italienische Sprache und Literatur

etwa ein Paar Tölpel aus Calabrien, Giangnrgvlo und Coviello; endlich ein Stotterer,Tarlaglio, und ein Gauner, Truffaldin; die Liebhaber und die Frauen, Colombine, Spi- !leite, Smeraldina sprechen Römisch oder Toscanisch. Sehr merkwürdig ist die Wandlung,welche in der ncapolitan. Commedia dcll' Arte mit dem Charakter desOspitano" nachund nach vor sich geht; anfangs ist dieserCapitano, der immer vom Pulcinello geneckt wird,ein Prahler, welcher Nitterthaten austischt, nachher unter span. Herrschaft ein seiger undhinterlistiger Castilier, endlich im 17. Jahrh. wird er zum Scaramuz, der sich für einenGrafen oder Marchesen ausgibt und seine vielen Besitzungen rühmt, die aber alle nur inseinem Kopfe existiren. Während diese Art Belustigung den untern Clasfcn allmälig ganzanhcimfiel, wurde in der vornehmen Sphäre eine neue Dichtungsart erfunden, welche demtugendlichen, frömmelnden und zärtelnden Geiste der Zeit besser zusagte, nämlich dasSchäferspiel. Agostino Bcccari aus Ferrara brachte es auf, und sein erstes PastoraldramDas Opfer", mit Musik von Alfonso della Viola, wurde vor Hercules II. von Ferrara1554 aufgeführt. Diesem Beispiel folgten andere Fcrraresen. Sie Alle übcrtrafTasso mitseinem^minta", und nachdem dieses Stück stürmischen Beifall gefunden, war bald ganzItalien mitSchäferspielcn überschwemmt; das berühmteste derselben ist G uarini's (s.d.)kastvr 66v", der zum ersten Male 1585 zu Turin gegeben wurde. Zur Abwechselungmachte man auch Fischerspicle (Oramini percstorH). Die Oper(clramma per musica) kamerst gegen Ende des Jahrhunderts auf; das erste namhafte und auf die Musik berech-nete Werk dieser Art ist, wie es scheint, dievstne", von einem Florentiner Ninuccini,in Musik gesetzt von dessen Landsmann Jac. Peri, um I5S4.

Die Sprache wurde jetzt, dem prunkenden Hofleben, der schnörkelhaften Architektur und ^Dildnerei überhaupt entsprechend, immer künstlicher und gesuchter. Einer der Ersten,welche sich in geschraubten Wendungen, gehäuften Bildern, auffallenden Wortspielen, As-sonanzen u. s. w. gefielen, war schon im 16. Jahrh. Luigi Grotto, der Blinde von Adriagenannt, weil er von Jugend auf des Augenlickts beraubt war; dieser dichtete außer Odenund Sonetten auch Trauer-, Lust, und Schäferspiele voll affectirter Gedanken und Wen-düngen, die aber mit vielem Beifall ausgenommen wurden. Noch gab es selbst im folgen-den Jahrhundert einen Dichter, der nach Einfachheit und Erhabenheit des Vortrags undder Erfindung trachtete, Gabricllo Chiabrera (s.d.) ausSavona, 15521637. Ergingdarauf aus, ein Colombo in der Poesie zu sein, wie er selbst sagte, a trovar mwvo mnnüo,und es gelang ihm, sich den Namen des ital. Pindar zu erwerben. Er fand vielen Beifall,besonders wol, weil er in seiner Gesinnung ganz reactionair, ganz katholisch war, doch seinStil wenig Nachahmung. Dagegen traten Unzählige in die Fußtapfen des NeapolitanersGiambatt. Marino (s.d.), des so ganz für diese conventionelle Zeit geschaffenen Dichters,deS Meisters in der Überladung und Überfeinerung des Stils. Seine Jünger, Casoni,Guido u.A., besonders aber Claud. Achillini (um 1620) und Girolamo Preti, gest.

1626, überboten ihn noch in den Concett> (s. d.) und Künstlichkeiten aller Art. Die dra-matische Dichtung verfiel im 17. Jahrh. besonders auffallend; unter der ganzen Masse zahllo-ser Stücke sind kaum einige Trauerspiele von Zopplo aus Bologna, gcst.1634, vomGraftnCampeggi, ebenfalls aus Bologna, gest. 1624, von dem Sicilicr, Pater Ortensio Sca-macca, einem Jesuiten, der allein mehr als 50 geistliche und weltliche Dramen schrieb, er-wähncnswerth, und unter den Lustspielen die Stücke im Volksdialekt, ;. B. im flvrcntini-schen die'Osncia" von Michael Agnolo dem Jüngern; im mailändischen dievon Maggiound im neapolitanischen die von Cesare Cor'tese; die Stücke von Maggio sind sehr katho-lisch und höfisch, dagegen frisch und lustig die neapolitanischen. Das Sckäfcrdrama lei-stete in dieser Zeit das Äußerste in Abgeschmacktheit. In der Oper wurde aller Werth aufBühnenpomp, Märsche mit Pferden, Triumphwagen und dergleichen gelegt.

Die hervorstechenden Dichter des 17. Jahrh. waren fast insgcsammt Toscaner, soFranc. Ncdi au§ Arc;zo, geb. 1626, der Verfasser eines berühmten Dithyrambus6»cc"in 1*oscana"; Lorenzo M a g a l o t t i, geb. 1 6 3 7, der im Dienste der Großhcrzoge von Toscanastand und in allen Formen dichtete; Franc. Baldovini; Ant. Malate sti, gest. 1672 , u.A.Florentiner waren auch der fromme Senator Vinc. Filicaja (s. d.), 16421707, dessenGedichte die innigste katholische Frömmigkeit, den tiefsten Schmerz um den Verfall des