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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Italienische Sprache und Literatur 565

die ägypt. Pflanzen beschrieb; die Naturgeschichte der Thiere durch Uliffe Aldrovandi, derEuropa durchreiste; die Anatomie durch mehre der Genannten, vorzüglich aber durch Giro-lamoFracastoro (s.d.), Gabriele Fallopia ausModcna, und dessen Scküler Fabricio diAcquapendente, der, ebenso wie auch Sarpi, Untersuchungen über den Blutumlauf an-st-llke. Der genannte Alpino brachte auch die Semiotik auf; der Neapolitaner Giov.Vatt.Porta, der Erfinder der O.imer» »t>sc,ir?>, beschäftigte sich mit dem Zusammenhang der äu-ßern Gestalt und der innen, Beschaffenheit der organischen Wesen in seinerUbt^ngnomicu"und in derklmn-nm pli^singnomin". Im I. I «^>3 stiftete der junge Fürst Fcderigo Cesi zuNom die Akademie der Lincci, d. i. der Lüchse, ganz zum Zweck der Naturstudien, richteteihr einen botanischen Garten, ein Naturalicncabinct ein und ließ auf seine Kosten die na-turwissenschaftlichen Werke der Mitglieder drucken. An vielen Orten entstanden botanischeGärten, z. B. in Padua, Florenz; in Pisa wurde der erste Lehrstuhl für Chemie errichtet.

Man konnte cs sich unmöglich verbergen, daß die angelegentliche Beschäftigung mitdm Naturwissenschaften den Glauben dcrMenschen an das Übersinnliche erschüttern mußte;allein am Anfänge des 16. Jahrh. fürchteten die Machthaber eine solche Erschütterungnicht, da durch dieselbe ihr Besitzstand nicht zu leiden schien, und nur, wenn dieser angeta-stct wurde, regten sie sich und gebrauchten Gewalt. Dieser Standpunkt hatte sich geändert,seit die religiöse Neaction zur Macht und Herrschaft gelangt war; man wollte jetzt seineMeinung, seinen Glauben durchsetzen; man begnügte sich nicht mehr mit der äußerlichenUnterwerfung unter die Verordnungen der Kirche, man foderte herzliche Unterwerfung,gläubige Zustimmung, Aufopferung der Philosophie, und da man wohl wußte, daß sich die-ses Alles nicht erzwingen lasse, so schaffte man die gefährlichen Zweifler und Denker ausdem Lande und wo möglich aus dem Leben, wie den Eiordano Bruno im I. I6m»inl Nom, und den brausenden und sarkastischen Neapolitaner Lucilio Vannini (s. d.) im I.

lölllinParis. Diesen Geistern, obwol sie sich von einem gewissen mystischen Element in der^ Naturbctrachtung nicht losmachen konnten, war es doch wenigstens mit der Astrologie kein^ Emst; alle Autoritäten ohne Ausnahme stürzten vor ihrer Prüfung nieder, sie trauten nur

> der eigenen sinnlichen Wahrnehmung und dem eigenen Gedanken, der eigenen Combination;freilich mußten sie schon ihres Unterhalts wegen der astrologischen Eier ihrer Zeitgenossenstöhnen, wie dies auch Kepler that, aber sie verspotteten die Dcutckunst und übten sie nurauf Verlangen aus. Am liebsten würden die scharfsichtigsten Wächter des Glaubens undder Kirche sich aller Naturwissenschaften ganz und gar entledigt haben, da sie die Gefahrensahen, womit diese stets den Glauben bedrohten; das war indcß unmöglich, denn die Liebezu diesen Wissenschaften hatte eine zu gewaltige Ausbreitung gewonnen. Es blieb dahernichts Anderes übrig, als daß man dieselben für die Religion unschädlich zu machen suchte.Als Nicol. C u sa (s. d.), schon hundert Jahre vor Kopcrnicus, in seiner SchriftDe cloct»igiwriintii»" die Lehre vortrug, daß die Erde um die Sonne gehe, fand er keinerlei Anfech-tung in Nom, im Gegcnthcil Gunst bei drei Päpsten bis an seinen Tod und wurde zumCardinal erhoben, auch wurden seine Werke in Italien >502 ohne Hinderung gedruckt.Kopernicus selber verdankte den Muth, sein WerkÜber die Umwälzung der Himmels-körper" I5-13 hcräuszugcben, der Gunst und Aufmunterung eines Bischofs, eines Cardi-nals und sogar eines Papstes, Paul's III., dem es auch gewidmet ist, und noch ehe dasselbe

'> erschien, gab schon ein Italiener, Celio Ca l c a g n i n >, l 54 0 einen Versuch, den Kopernicani-schen Hauptgedanken zu entwickeln, heraus, in der Schrift ,,tz»ock coolum -tet, terr» autemmovüstur". Der greise Galilei aber mußte >633 den verderblichen Jrrthum abschwören,daß die Erde um die Sonne laufe. Und dennoch hatte das Wort Wissenschaft noch zu gu-ten, Ehrfurcht erweckenden Klang; hatte man doch >617, als die Thatigkcit der röm. In-quisition gegen Galilei bereits im Gange war, noch Kepler, den bedeutendsten Vertreterder Kopcrnicanischen Lehre, an die wichtigste Universität des Kirchenstaats, nach Bologna,berufen wollen; die orthodoxe Partei selbst hatte sich der Ehrfurcht vor dem geheiligten! Namen der Wissenschaft nicht entschlagen können, nur wollte sie es dahin bringen, daß die! Wissenschaft ganz wieder zur Dienerin der Theologie, der Kirche würde. Die Knechtung

> des forschenden Geistes hätte ihr allerdings trotz aller Maklerkammern und Scheiter»Haufen nicht gelingen können, wenn nicht das flackernde Feuer eines freien, alle Autori-