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7 (1846) Heim bis Juwelen
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564 Italienische Sprache und Literatur

Holzstoß. Die Inquisition wurde wiederhergestellt und nacksichtslos gegen Jedermann geükt,sogar gegen Inquisitoren selbst. Die orthodoxe Richtung war durchgedrungen; auch solchelebenslustige, behagliche Männer, deren Einige aufPeter's Stuhle folgten, wie Pius lV.mckGregor Xlll., mußten ihr ihren Gang lassen; überall flammten Scheiterhaufen, und die kich.neu Denker mußten ihre Wahrheitsliebe mit dem Leben büßen. Jndcß gab es ihrer »ochManche, welche der gährcnde Drang dcs Erkcnncns nicht ruhen ließ, bis ins I6.Jahrh.hin>ein, besonders im Süden Italiens. Thom. Eampanella (s. d.) aus Calabricn, der 1581seinePIiiin5oz»tns sensibus «lemonstrata" schrieb, mußte lange im Kerker schmachten undschreckliche Foltern erdulden; freilich schützte man nur politischen Verdacht vor, aber Pol,,tik und Atheismus schienen Hand in Hand zu gehen. Auch die neapolitan. Akademien derSercni, der Ardentr und der Jncogniti löste der Vicekönig Pietro von Toledo um die Mittedieses Jahrhunderts auf, aus Furcht, daß dergleichen Versammlungen junger Nobili politischgefährlich werden möchten. Allerdings war freies und kühnes Denken ebenso sehr politischals religiös gefährlich. Die Fortschritte der Naturwissenschaften, insoweit sie sich aus fried-licher Beobachtung des Himmels und der Erde ergaben und nicht mit dcstruclivcn Gedan-ken verbündet schienen, duldete man, und diese Fortschritte waren in der That glänzend.Die Mathematik wurde mit Eifer und unterstützt von dem Studium der klassischen Altengetrieben; Federigo Commandino aus Urbino, 150975, übersetzte und erläuterte ineleganter Schreibart die griech. Mathematiker, Nie. Tartaglia aus Brescia, >500-57,des Cardanus Schüler, Lodov. Ferrari, 152264, undNaffacle Bo m belli, beide ausBologna, bildeten die Lehre von den Gleichungen des dritten und vierten Grades aus. DerMailänder Bonavent. Cavalieri erfand und schrieb seinen ,Mettl<> ciegli iiitlivi-jbil!»(1629). Man begann Licht und Farbe zu beobachten. Ein merkwürdiger, eigcnthiimlicherMann, ebenfalls ein Süditaliener, Franc. Maurolico aus Messina, 14941575, hatteden Bau des Auges untersucht und über das Einfällen der Lichtstrahlen Beobachtungen !gemacht. Der Servit Fra Paolo Sarpi (s.d.),der alle Wissenschaften mitunermüdlichcm ^Eifer durch Rath und That förderte, zeichnete sich auf dem Felde der Optik dadurch aus, !daß er die Eigenschaft der Iris, sich auszudchnen und zusammenzuzichcn, entdeckte. Er spk-culirte über die Mischung der Substanzen, über die Ernährung des Lebens und dergleichen,und legte überall Beobachtungen der Natur seinen Speculationen zu Grunde. Der JesuitFranc. Maria Grimaldi (s. d.) aus Bologna, l 6 l 363, schrieb?iiisicc>-mutliesis äeInmiiie, colnrilnis et iricle" (1665), und trug in dieser Schrift unter Anderm seine Ent-deckungen über die Strahlenbrechung vor. Künstler wurden durch diese Forschungen in denStand gesetzt, über die malerischen Wirkungen des Lichts nachzudenken. Es entstand die Ws-enschaft der Perspective; derMaler Pietro della Francesca und der Architekt Peruzzistellten Untersuchungen über dieselbe an, und der Vcnctianer Dan. Barbaro schrieb daserste Lehrbuch4>a pruttica «lolla zirnspettiv»" (Vcn. l 568). Die Astronomie wurde fastvon keinem der Männer, welche sich den Naturwissenschaften widmeten, vernachlässigt ; dieFortschritte in der Mathematik und Optik, der in mannichfaltigcn Werkzeugen erfinderischeGeist der Zeit, die Förderung, deren sie um der Astrologie willen von den Großen genoß, dasAlles kam ihr zu statten. Nicht minder bedeutend als Galileo Ga lilei (s.d.) waren Giov.Domcnico Cassini (s. d.), Galilci's Schüler, EvangelistaToricelli (s. d.), der Erfinderdes Barometers, und Eianant. Magini aus Padua, 15881617, der den Vrenuspiegclvervollkommnte. Giambatt. Riccioli bekämpfte in seinerästrvuvmis no vr>" das Koper-nicanische System, aber durch die Menge von Beobachtungen, die er am Himmel anstellte,förderte er praktisch, was er theoretisch zu gefährden suchte. Mit der Schwere, mit derStatik und Mechanik beschäftigte sich Luca Valerio in Nom; ebenso wie der Abbate Be>nedetto Castelli aus Brescia, Galilci's Schüler, der 1625 Professor an derSavienza inN m wurde und zuerst die Geometrie auf die Hydraulik anwendcte. Gianalfonsv BoreUi,gebkim Neapolitanischen 1608, wendete die Mechanik aufdas organische Leben an ; so schrieberve mntil nuimaliuin". überhaupt machten die Botanik, die Anatomie, die Physiologiebeträchtliche Fortschritte; die Botanik besonders durch Pierandrea Mattioli aus Siena,>50177, FabioColonna aus Neapel, 15671630, Marcello Malpighi aus demBolognesischen, 162894, Prospcrino AlPino aus dem Viccntinischen, 1553 1 6 1 6, der