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Italienische Sprache und Literatur
chem satirischen Gedicht, z. B. des Barbiers Burchiello (s. d.) in Florenz, entstandenRittersagen, wie die Bearbeitung des ersten Buchs der „Reali" von dem ImprovisatorCristoforo Allisfimo in Florenz, der >514 noch lebte; der „vuavo ci'^ntoiia", eine Bear-beitung des vierten Buchs der „liouli" in Ottaven von einem Ungenannten; „Im Spanns",->0 Gesänge in Ottaven, nach dem achten Buche der „Rssli", von dem Florentiner So-stegno di Zanobi, der „(UM dlalvsoea" von Luca Pulci (s. d.), nach seinem Tode vonBernardo Giambullari beendet, der ,chlorxante ms^'ore" von Luigi, dem Bruder desgenannten Pulci, und endlich der „Orlsucio innamornto" von Boyardo (s.d.). Die ital.Poesie nahm in diesem Jahrh. eine untergeordnete Stelle ein. Die Fürsten, welche diePflege der Wissenschaften und Künste zu ihrem Hofluxus rechneten und sich mit gelehrtenCavaliere»wiemitritterlichen umgaben, dieVisconti, Sforza, Este, Montferrat, vorAllemdie Medici und König Alfons von Neapel, ließen sich auch wol durch den Vortrag von Sonet-ten und Epen in der lingna volgare ergötzen, allein ihren vornehmste» Ruhm setzten sie dar-ein, die gelehrten Wissenschaften zu begünstigen, die Studien der alten Sprachen und dergriech. Philosophie. Die Philologie nahm jetzt den ersten Rang unter den Wissenschaften ein.
In der ersten Hälfte des 15. Jahrh. begegnen uns überall noch Philosophen im älter»Sinne, strenge Aristoteliker, Lehrer der Ethik und Eloquenz, gewaltige Disputatoren, diegelehrte Turniere ausfochten wie die Ritter Massenturniere und wie die Troubadoure derfrühem Jahrh. poetische Wettkämpfe. Vorzüglich zeichneten sich die Augustinermönche indiesen Studien und Kämpfen aus. In Venedig lebten gleichzeitig drei Paule, die unterdem Namen Paolo Veneto oft miteinander verwechselt worden sind, alle drei große Dialekti-ker und Aristotelische Klopffechter; der berühmteste unter ihnen war der Lehrer Savonaro-la's, mit dem Beinamen cloctor zcrokunclissimus. Ein anderer Philosoph dieser Zeit, Bia-gio Pelacane aus Parma, wurde kaiuosissiinim cloctor betitelt und ein dritter, Niccolo Fava,
! j>lillo50^lior>im s»i sasculi ziraestantissiinus. Zu diesen Aristoteliker» gehört auch noch
! Lauro Querini aus Candia, geb. 142V, der in Venedig und Padua die Eloquenz und
! Ethik lehrte. Inzwischen waren viele Griechen, besonders seit die Eroberung Konstanti-nopels den Türken >453 gelang, aus ihrem Vaterlandc vertrieben, nach Italien gekom-men, so schon Johann Argiropulo, der >434 in Padua, später in Florenz und Romlehrte und Werke des Aristoteles übersetzte, dann aber Georgius Gemistus Pletho, Georgvon Trapezunt u. A. Jedenfalls gereichte die Ankunft der Griechen dem Studium der! griech. Sprache in Italien, das schon beliebt war, sehr zur Förderung. Die steife Scho-lastik wich mehr und mehr, und der Geschmack bildete sich feiner, mannichfaltiger undfreier aus. Wie die Griechen dem alten Nom seine höhere geistige Entwickelung zugeführthatten, so brachen sie jetzt auch die Starrheit der mittelalterlich röm. Bildung. Die Erfin-dung der Buchdruckerkunst kam dem Eifer der Humanisten zu Hülfe. Bald genoß nichtsmehr die Achtung der gebildeten Geister als das Alterthum und dessen Denkmale. Hand-schriften wurden aus dem Staube der Bibliotheken hervorgesucht, übersetzt und erklärt; inRom fanden Nachgrabungen statt, und man fing an, die Denkmale, die aus dem Schutteerstanden, sorgfältig zu untersuchen und gelehrt zu beschreiben. Einen eleganten lat. Stilsich anzueignen, griech. zu verstehen, das heidnische Alterthum zu verehren und die christ-liche Barbarei mit ihrem Scholasticismus, ihren heiligen Fabeln und ihrer abenteuerlichenl Philosophie zu verachten, galt für den höchsten Ruhm.
Wie die Fürsten Gelehrte um sich sammelten, so sammelten jetzt auch einzelne hervor-ragende Männer Gesellschaften um sich, in denen man über Gegenstände entweder der Phi-losophie und Moral oder, was bald vorherrschende Mode geworden war, der schönen oderhumanistischen Wissenschaften (»mene lottere), d. h. solcher, welche das Alkerthum betra-fen, verhandelte. Eine Vereinigung von Männern zur gegenseitigen Mittheilung poetischerErzeugnisse hatte schon im vorigen Jahrh. Jac. Alegretti aus Forli um I38V in Nimiiiigestiftet. Regelmäßige Versammlungen gelehrter Männer, zur Besprechung philosophi-scher Gegenstände, bildeten sich in diesem Jahrhundert zuerst bei den Augustinern von San-Spirito in Florenz, wo man über Fragen der Physik und Metaphysik, welche an der Wandangeschlagen wurden, disputirte. In derselben Stadt gab bald darauf Cosimo von Mediciden Gelehrten, die ihn umgaben und deren Namen zu den glänzendsicn dieser Zeit gehören,