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Blumen. In sprachloser Minne verlebte sie glückliche Tage mit dem Troubadour Raoul,dem natürlichen Sohne des Grasen Raimund von Toulouse, bis Vater und Sohn gegenKaiser Maximilian I. zum Kampfe zogen, in welchem sie fielen. Mit Freuden sprach I. nundas Klostcrgelübde aus; hoch fortwährend der reinen Sängerliebe gedenkend, erneuerte siezum Andenken derselben das schon lange nicht mehr gefeierte Sängerfest unter dem Namenderäeux tlnraux, indem sie zugleich die fünf Blumen, das Veilchen, die Lilie, dasTausend-sckön, die wilde Rose und die Ringelblume, die ihre Minnesprache gebildet hatten, in Goldund Silber nachgebildet, zu Dichterpreisen bestimmte. Sie selbst war Meisterin in der so-genannten fröhlichen Kunst (gai ruvoir oder sciencs), und ihrer Frühlingsode bei derersten Prcisvertheilung verdankt sie den Namen der toulousischen Sappho. EineMarmor-statuc in Toulouse ist noch gegenwärtig ihrem Andenken gewidmet.
Jsaurien, eine Landschaft im Süden von Kleinasien zwischen Pamphylien und §i-lieien, war im Alterthume durch die Raubsucht seiner Bewohner ebenso sehr gefürchtet alsberüchtigt. Die Jsaurier nämlich, welche schon frühzeitig alsPiratendas ganze Mittelmeerbeunruhigten, bildeten hier und in dem angrenzenden rauhen Cilicien einen eigenen Frei-staat und traten namentlich seit dem ersten Kriege gegen Mithridates, 87—84 v. Chr., dersich mit ihnen gegen die Römer verband, kühner und verwegener auf. Selbst nachdem vonNom aus der Krieg gegen sie beschlossen war und der Proconsul P. Servilius, der deshalbden Beinamen Zsauricus erhielt, in einem dreijährigen Kampfe von 78—75 v. Chr.,mehre Punkte nebst der Hauptstadt erobert und zur röm. Provinz gemacht hatte, triebensie ihr unedles Handwerk fort, bis Pompejus, durch eine zahlreiche Flotte unterstützt, imI. 67 v. Chr. sie in ihren verborgensten Schlupfwinkeln aufsuchte und gänzlich schlug.Doch wurde auch durch diese Niederlagen für die Folgezeit ihre Macht nicht völlig gelähmt,denn im 3. Jahrh. v. Chr. stellten sie unter Gallienus den C. Annius Trcbellianus an ihreSpitze, wurden zwar von Probus besiegt, nahmen aber später wieder die meisten röm. Kü-stenstädte Ciliciens weg und plünderten noch im 5. Jahrh. v. Chr. Seleucia in Syrien, seitwelcher Zeit sie aus der Geschichte verschwinden. Ihre Hauptstadt Isaura, welche nahe amTauruS lag, wurde nach Alexander's Tode von Perdikkas, später von dem röm. ProconsulServilius zerstört, unter Augustus von Amyntas, dem Könige Galatiens, in der Nähe ihrerfrüher» Lage wieder aufgebaut und dient gegenwärtig in ihren Trümmern zum Raubneste.
Zsälls, ein attischer Redner, aus Chalcis in Euböa, nach Andern aus Athen, wohiner wenigstens schon frühzeitig kam, lebte in der ersten Hälfte des 4. Jahrh. v. Chr. bis nach357. Seine Lehrer waren Lysias und Jsokrates; er selbst errheilte dann, abgezogen vonStaatsgeschäften, Unterricht in der Beredtsamkeit, namentlich auch dem Demosthenes,und schrieb gerichtliche Reden für Andere. Von seinen 56 Reden haben sich nur elf erhal-len, die sich durch einfachen und oft kräftigen Stil empfehlen und meist Erbschaftsangele-genheiten betreffen. Sic finden sich in den Sammlungen der „Orators« attici" von Reiske(12 Bdc., Lpz. 1776—75), J.Bekker(5Bde.,Berl. 1823—24), und Baitcrund Sauppe(Zür. 1846). Eine besondere, sehr gute Ausgabe besitzen wir von Schömann (Greifsw.1831), eine deutsche Übersetzung von Demselben (2 Bde., Stuttg. 1836) und eine stanz,von Auger (Par. 1783). Vgl. Liebmann, „Os Isaeai vitr» st scriptis" (Halle 1831).
Jöchta, bssi den Alten Än aria genannt, eine kleine Insel vulkanischen Ursprungs,am Eingänge des Meerbusens von Neapel, südwestlich vom Vorgebirge Misene, ist sowolihrer beizenden Lage als ibrer Fruchtbarkeit, ihres trefflichen Weins und ihrer heißen Bä-der wegen berühmt. Sie hat einen Flächcnraum von 1 '/» IHM. und gegen 24606 E.Der höchste Berg der Insel ist der 1866 F. hohe Vulkan Epomeo, auch Monte San-Ni-colo genannt, der erst im 14. Jahrh. aufgehört hat, thätig zu sein und gegenwärtig, ziem-lich auf seinem Gipfel, ein Kloster trägt. Die Hauptorte sind Ischiaan der Ostküste, mit366 E. und einem bedeutenden Hafen, der durch ein hochliegendes Castell beschützt wird,und Foria an der Westküste, von wo die Landesproducte ausgeführt werden. Die be-rühmtesten Bäder sind die von Casam icciola mit einem Hospital, worin 366 Krankeunentgeltlich verpflegt werden, die Dunstbäder von Castiglionc, San-Lorenzo und Santa-Rcstituta bei dem Dorfe Lecco. Die ersten Bewohner der Insel, die Euböer, wurden gleichPen Syrakusanern, den nachfolgenden Besitzern derselben, durch heftige Ausbrüche deS