Ischl Isenburg 505
Exomeo vertrieben. Lange blieb nun die Insel unbewohnt, bis die benachbarten Neapoli-taner sie mit neuen Kolonisten besetzten, die aber bald unter die Herrschaft der Römer sichbeugen mußten. Wie überhaupt mehre reiche Römer auf I. ihre Landsitze hatten, so hatteauch dcrKaiser Augustus daselbst einen Palast, dessen Trümmer noch jetzt vorhanden sind.Zn der Nähe liegt die Insel Procida, welche, ebenso fruchtbar wie jene, auf'/, OM.>5000 E. zahlt. Wegen einer im Alterthum auf I. und Procida einheimischen Affenart,gab man beiden Inseln zusammen den Namen Pithecusä.
Ischl, ein Marktflecken im oberöstr. Salzkammergut (s. d.), am Traun, 1588 F.über dem Meere gekegen, mit 2000 E. und den großen Salzwerken in der Nähe, wurdenoch insbesondere durch die seit >822 daselbst eingerichteten Soolbäder berühmt, welchejetzt jährlich von mehr als >000 Badegästen besucht werden. Besonders wirksam sind dieSooldunstbäder, welche man über der großen Salzsicdepfanne angebracht hat. Auch isteine kräftige Salzquelle im Orte. Die Umgebungen J.s sind so reizend, daß cS der Lieb-lingsort des östr. hohen Adels geworden ist. Vgl. „I. und seine Soolbäder" (Wien >826);Weidemann, „Der Führer nach und um I." (Wien >834).
Jsögrim, eigentlich Jsangrim,d.h. scharf, grausam wie das Eisen oder Schwert,ist in der deutschen Thiersage (s. Reineke Fuchs) der Name des einen ihrer beidenHaupthelden, des Wolfs. Ein lat., in Südflandern verfaßtes Gedicht des >2. Jahrh., dasdiesen, doch unzweifelhaft weit altern Namen trägt und seinem Inhalt nach später in denlat. „Reiimrckus" verarbeitet worden ist, hat Jak. Grimm in seinem „Neinhart Fuchs"(Berl. >834) herausgegeben.
Iselin (Isaak), ein geistreicher philosophischer Schriftsteller, geb. zu Basel am 17.März >728, der Sohn Jak. Christoph J.'s, der ebenfalls als historischer und politi-scher Schriftsteller bekannt ist und >737 als Professor der Theologie zu Basel starb, stu-dirte die Rechte in Göttingen, wo er auch als Doctor promovirte und ging dann zu seinerweitern Ausbildung auf Reisen. Nach der Rückkehr in seine Vaterstadt wurde er >754Mitglied des Großen Raths und >750 Rathsschreiber, in welcher Eigenschaft er sich beitreuer und eifriger Abwartung seines Amts große Verdienste erwarb. Er starb zu Baselam >5. Juni 1782. Sein Hauptwerk ist die „Geschichte der Menschheit" (2 Bde., Zur.>704—70). Nächstdem sind zu erwähnen seine „Vermischten philosophischen Schriften"(2 Bde., Zür. >770) und seine „Ephemeriden der Menschheit" (7Bde., Bas. >776—82),die R. Z. Becker bis > 7 86 fortsetzte. Vgl. S. Hirzel, „J.'s Denkmal" (Zür. >782).
Isenburg, eine Standesherrschaft im Großherzogthum und Kurfürstenthum Hessen,von >5 OM. mit 50000 E-, großentheils gebirgig, liefert Getreide, Flachs, Taback undviel Holz, auch Eisen und Salz und hat treffliche Viehzucht und Fischerei. Die bedeutendsteStadl ist Offenbach (s. d.). — Die gegenwärtigen Fürsten und Grafen von Isen -bürg, von deren Stammburg in dem gleichnamigen Flecken in der Nähe von Koblenz sichnur wenige Ruinen erhalten haben, gehören zu den ältesten deutschen Dynastengeschlech-tern, deren die Geschichte erwähnt. Als der älteste geschichtlich beglaubigte Ahnherr desHauses erschien H einrich Grafv on I. um >290. Nach vielfachen Spaltungen der Fa-milie in verschiedene Linien und mehrfachen Theilungen des Besitzthums wurde > 7>2 dasErstgeburtsrecht eingeführt. Damals bestanden bereits die beiden noch gegenwärtig fort-blühenden Hauptlinien J.-Offenbach-Birstein und J.-Büdingen, gestiftet von denSöhnen Wo lfg. Ern st's, gest. >633, nämlich jene von Wolfg. H einr., gest. 1635,dicsevon Joh. Ernst, gest. >685. Die erste theilte sich in die Speciallinien J.-Offen-bach, die aber schon wieder mit ihrem Begründer, Joh. Phil., >718 erlosch, und J.-Birstein, die in der Person Wolfg. ErNst's I., der auch Offenbach ererbte, von KaiserKarl VII. in den Neichsfürstenstand erhoben wurde, während Wolfg. Ernst's jüngererBruder, der Graf Wilh. Moritz, mit Philippseich paragirt, die noch vorhandene Nebenlinie2--P hilipp seich gründete. J.-Birstein hatte eine Stimme im wetterauischen Grafen-cvllegium, wie bei dem obcrrhein. Kreise. Durch seinen Beitritt zum Rheinbunde erlangteder Fürst Karl von J.-Birstein >806 nicht nur selbst dieSouverainetät, sondern auchdie Oberhoheit über die Besitzungen von J.-Büdingen, ingleichen über die der Grafen vonSchönborn-Heusenstamm und Lerchenfeld. Durch die wiener Congreßacte wurde das Für,