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Jsabella U. (Königin von Spanien) Zsabey
stets bei den StaatSvcrhandlungen gegenwärtig und hielt streng daraus, daß in den öffent-lichen Verordnungen neben den Namen ihres Gemahls auch der ihrige gesetzt wurde. Alsdie höchste Aufgabe ihrer Regierung betrachtete sie die Vertreibung der Mauren (s. d.)aus Spanien, und auch die Unterstützung, welche Colombo (s. d.) fand, war meist ihrWerk. In allen ihren Unternehmungen stand ihr der staatskluge Cardinal -kimenes (s.d.)zur Seite. Man hat ihr Härte, Stolz, Ehrgeiz und eine ungemessene Herrschsucht vorge-worfen, aber diese Fehler förderten das Wohl des Reichs nicht weniger als ihre Tugendenund Talente. Ein Geist wie der ihrige war nöthig, den Übermuth der Großen zu demüthi-gen, ohne sie zu empören, Granada zu erobern, ohne die Horden Afrikas nach Europa zulocken, und ihre durch schlechte Verwaltung entarteten Unterthanen der Laster zu entwöh-nen, ohne das Leben rechtschaffener Leute in Gefahr zu setzen- Durch Einführung einesstrengen Hofccremoniels wußte sic den zahlreichen übermüthigen Adel von der Person desKönigs zu entfernen und ihm somit jeden verderblichen Einfluß auf diesen zu benehmen.Das Faustrecht, welches bis dahin geherrscht hatte, stürzte sic durch Behauptung eines all-gemeinen Landfriedens (s. Hcrmandad), sowie durch Einführung einer schnellen Rechts-pflege. Papst Alexander VI. bestätigte beiden Gatten den Titel Katholische Maje-stät (s. d.), dessen sie sich durch ihren Eifer für die katholische Kirche würdig bezeigten.Weniger jedoch der Eifer für diese als die Absicht, ein politisches Verfolgungsinsiitut zubegründen, veranlaßtc sic, in Spanien die Inquisition (s. d.) cinzuführen. Der Todihres Sohnes Don Juan, Prinzen von Asturien, und ihrer Tochter, der Königin von Por-tugal, trübten ihre letzten Rcgicrungsjahrc. Sie starb zu Medina del Campo am 2ti.Nov.150s, nachdem sie ihrem Gemahl, auf welchen sie stets sehr eifersüchtig war, den Schwurabgenommen hatte, sich nicht wieder zu verheirathen.
Jsabella ll. (Maria Luise), Königin von Spanien, geb. am 10. Oct. 1830, istj dieTochter König Ferdinand's VIl. (s. d.) mit seiner vierten Gemahlin Marie Chri-stine (s. d.). Da Ferdinand VII. keinen Sohn hatte und zufolge der bestehenden Thron-folgeordnung nach seinem Tode die Krone seinem Bruder Don CarloS (s. d.) zugefallcnwäre, hob er bei der Aussicht auf einen aus seiner vierten Ehe zu erzielenden Lcibeserbcndas sogenannte Salische Gesetz (s. d.) unterm 29. Mär; 1830 auf, wodurch die ihmnachmals geborene Tochter zur Thronerbin wurde. Für den Fall seines Todes ernannte Fer-dinand VIl. in seinem Testamente seine Gemahlin bis zur Volljährigkeit seiner Tochter zurVormünderin derselben und zur Regcntin des Reichs. Dieser Fall trat bereits am 29. Sept.1833 ein, worauf Marie Christine im Namen ihrer Tochter als Königin-Rcgentin an dieSpitze der Regierung trat. Nachdem aber der durch den Prätendenten Don Carlos undseiner Anhänger entzündete Bürgerkrieg durch Espartero's(s. d.) siegreiche Waffen ge-dämpft war, sah sich die Königin-Regentin genöthigt, am 10. Oct. 1810 abzudankcn undSpanien zu verlassen, worauf Espartcro zum Regenten, und Arguelles (s. d.) zum Vor-mund der Königin erwählt wurden. Doch auch Espartcro war es nicht Vorbehalten, denTag der Volljährigkeit der jungen Königin (19. Oct. 1811) in Spanien zu sehen und dievom Volke erhaltene Vollmacht in die Hände desselben zurückzugeben. Durch ein unnatür-liches Bündniß der Republikaner oder Progressisten und der Christinischen Partei gestürztund flüchtig, ernannte zunächst die neue provisorische Regierung an Arguelles' StelleCastanos (s.d.), Herzog von Baylen, zum Vormund der Königin; doch schon am8. Nov. 1813 wurde dieselbe durch Beschluß der neuen Cortes für majorenn erklärt. Seit-dem hat man sich cifrigst sowol von Seiten der Parteien wie der auswärtigen Mächte mitHeirathsprojecten für die Königin beschäftigt, die aber zur Zeit insgesammtgeschciterlsind.Noch mehr Besorgniß als die Verheirathung erregte der schwächliche Gesundheitszustandder Königin und ihr öfteres Unwohlsein. Ihre einzige Schwester ist die Infantin MarieFerdinande Luise, geb. am 30. Jan. 1832.
Jsabey (Jean Bapt.), berühmter sranz. Miniaturmaler,, geb. zu Nancy um 1H0,hatte David zum Lehrer. Durch seine außerordentlich geschmackvollen, in Farbe und Cha-rakter trefflichen Miniaturarbeiten zog er die Aufmerksamkeit Napolcon's schon zur Zeitdes Consulats auf sich und gehörte sogar später zu dem vertrauter» Kreise des Tuilcrien-Hofs. Dir Porrraitirung des Kaisers und der kaiserlichen Familie war lange Zeit beinahe