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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Irland (Geschichte)

riß. Nun erschien auch Heinrich II., auf das Glück seiner Barone eisersüchrig, im Ott. 1171mit "IVO Rittern und 3009 Kriegsleuten in Person in I. und besetzte zunächst Waterford.Da er seine Eroberung auf eine päpstliche Bulle stützte, fiel ihm besonders die Geistlichkeitzu. Auch die Fürsten von Leinstcr und Munster unterwarfen sich der engl. Oberherrlich-keit, während Roderich von Connaught in Verbindung mit den andern Häuptlingen derFremdherrschaft den hartnäckigsten Widerstand entgegensetzte. Heinrich nahm Dublin mitdem ganzen Küstenstriche, verlieh die Ländereien an seine Barone und führte engl. Rechtund Verfassung ein. Dieses eroberte Gebiet wurde die Mark (tlie pale) genannt. Endlichverstand sich auch im Ott. 1175 Roderich zu einem Vergleich, demzufolge Z. eigentlich gc-theilt wurde. Heinrich behielt den südöstlichenTheil; Roderich nahm den nördlichen, wurdeaber dabei wegen Connaught Vasall der engl. Krone und überhaupt tributpflichtig. DieserFriede bestimmte das Schicksal der Insel auf Jahrhunderte. Zunächst setzten sich die engl.Barone mit Gewalt in das verliehene Land, vertrieben die eingeborenen Häuptlinge undwurden der Gegenstand des glühendsten Hasses. Bald sahen auch, in Folge des wenig be-stimmten Vergleichs, die Engländer die Insel überhaupt als ihr Eigenthum an und dran-gen, wicwol vereinzelt und auf gut Glück, in das Innere vor. Die Kriege mit den Einge-borenen, die Willkür, Herrschsucht und die Kämpfe der Barone untereinander, die argwöh-nischen Besorgnisse und verkehrten Verwaltungsmaßregeln des noch schwachen König-thums machten I. fortgesetzt zu einem Schauplatze der Zwietracht, Unordnung und Ver-wilderung. Zwar geschahen allmälig Annäherungen zwischen den Eingeborenen und denFremdlingen. Schon um die Mitte des 1.7. Jahrh. unterwarfen sich viele irische Häupt-linge unmittelbar der engl. Krone, womit sie in das Verhältniß der Barone traten und diefrühern Stammländereien nebst ihren Stammgenossen zu Eigenthum erhielten. Alleindiese Verschmelzung, welche die Könige begünstigten, fand den härtesten Widerstand anden engl. Ansiedlern, die dadurch die Gelegenheit zu Raub und'Eroberung cinbüßten. Alssich Rob. Bruce die schot. Krone angeeignet, suchten auch-irische Häuptlinge seinen Bei-stand. Sein Bruder Eduard landete 1315 mit einem Heere und wurde von den Iren zumKönige erhoben; aber nach dreijährigem Kampfe, der die Insel furchtbar verwüstete, fiel ergegen die Engländer, worauf grenzenlose Verwirrung und Gesetzlosigkeit eintraten. Raub-süchtige Engländer arteten selbst in rohe Iren aus und legten ihr Recht und ihre Sitte ab,weil nach der Rechtsgewohnheit der Eingeborenen Raub und Mord höchstens einer Geld-buße unterlagen. Das Mittel, das die engl. Machthaber dagegen ergriffen, verhindertejede Vereinigung der Nationalitäten und verewigte den Kriegszustand mit den Eingebore-nen. Ein Gesetz nämlich vom Z. 1367 erklärte die Iren für Feinde und verbot bei Strafedes Hochverraths, den Engländern, sich mit Eingeborenen zu verheirathen und derenSprache und Sitten anzunehmen. Während des Kriegs der Beiden Rosen (s. Großbri -tannien) waren inJ. die Anhänger des Hauses Aork übermächtig. König Heinrich VIl(s- d.) sendete deshalb ein Heer und einen neuen Statthalter nach J., um die fast unabhän-gigen Barone zu unterwerfen. Die Verfassung, insoweit nämlich das Land den Englän-dern unterworfen war, erhielt 1395 durch die nach dem Statthalter benannte Poynings-acte eine neue Grundlage, die eigentlich bis in die neuere Zeit geblieben ist. Das irländ.Parlament, in dem die angesessenen Engländer Sitz und Stimme hatten, durste sich fortannur mit Bewilligung des Statthalters versammeln und mußte die Gesetzvorschläge vorihrer Verhandlung erst der Regierung zur Einsicht vorlegen. Wiewol mit der Erstarkungdes Königthums sich nun auch die Verwaltung in I. kräftiger gestaltete, so geschah doch fürdie Urbewohner nichts, und der Druck und die Härte, womit man denselben begegnete, er-hielten sie in Erbitterung, Roheit und wilder Unabhängigkeit.

Zu Anfänge des 16 . Jahrh. war unter solchen Umständen noch der größte Theil derInsel den Engländern nicht unterworfen, obschon man sich daran gewöhnt hatte, das ganzeLand als eine engl. Eroberung zu betrachten. Die Iren lebten nach alter Verfassung unterihren Stammhäuptlingen und glichen nach Sitte und Lebensart den Wilden. Hein-rich VIII. (s. d.) suchte die kirchlichen Neuerungen, die er in England cingeführt, auch in I.heimisch zu machen; allein die Häuptlinge, selbst viele engl. Lebensleute, widcrsetzten sichseinem Unternehmen und unterwarfen sich dem königlichen Willen nur gezwungen. Nicht